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Judas Untergang II: Ende mit Schrecken

Zweimal opponierte Juda gegen das Neubabylonische Reich und wurde schließlich vernichtet, seine gesamte Elite deportiert. Viele Propheten deuteten die Katastrophe als göttliches Strafgericht und forcierten als Konsequenz eine religiöse Neubesinnung.

Nichts auf Erden ist von Dauer! Dieser Wahrheit musste sich auch das mächtige assyrische Reich letztlich beugen. Noch während der glanzvollen Regierungszeit Assurbanipals (668 – 627 v. Chr.), der dem Reich auch im Niltal Einfluss verschaffte, erwuchs Assur in Babylon ein Widersacher, dem es letztlich unterliegen sollte. Das Rad der Weltgeschichte drehte sich, und diesmal wurde das Königreich Juda überrollt.

Während Großkönig Assuruballit II. (611 – 606 v. Chr.) gegen Babylon zog, übernahm der Pharao Necho II. (610 – 595 v. Chr.) die Kontrolle über Syrien und Palästina. So hatten sich die Zeiten geändert: Die einstige Hoffnung im Kampf gegen die Assyrer, das ägyptische Reich, war nun deren Partner. Tatsächlich hatte Assurbanipal dem Begründer der 26. Dynastie, Psammetich I. die Statthalterschaft über den Pharaonenstaat übertragen. Dessen Sohn Necho II. versuchte nun mit einer Armee die Interessen Assyriens in der Levante zu über­nehmen.

Judas König Josia schmeckte die Vorstellung aber offenbar nicht, einem Pharao zu huldigen. Vielleicht hatten ihn das Aufblühen seines kleinen Reichs und die anfänglichen Erfolge auch unvorsichtig werden lassen. In der Ebene von Meg­gido stellte er sich den ägyptischen Truppen entgegen wie einst David dem Goliath. Doch weder besaß er dessen Einfallsreichtum noch griff Jahwe zu seinen Gunsten ein. Die verschiedenen Erwähnungen der Bibel lassen es offen, ob Josia im Kampf fiel oder erst nach verlorener Schlacht in Jerusalem starb. ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

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