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Nobelpreis für Physiologie oder Medizin: Entfesselte Immunzellen gegen Krebs

Gegen Krebserkrankungen halfen lange Zeit nur Bestrahlung, Chemotherapie und Chirurgie. Der Nobelpreis 2018 geht an zwei Krebsforscher, die mitgeholfen haben, eine weitere Waffe gegen Tumoren zu schärfen: das menschliche Immunsystem.
Medizin-Nobelpreisträger 2018

James P. Allison von der University of Texas und Tasuku Honjo von der Universität Kyoto haben Rezeptormoleküle erforscht, die auf der Oberfläche von Immunzellen sitzen und diese in vielen Fällen davon abhalten, Krebszellen anzugreifen. Das hat einer Klasse neuer Wirkstoffe den Weg geebnet, den so genannten
Immun-Checkpoint-Inhibitoren.

Die Idee, Krebs vom körpereigenen Abwehrsystem bekämpfen zu lassen, ist jahrzehntealt. Schon im 19. Jahrhundert beobachteten Ärzte, dass Krebspatienten in seltenen Fällen wieder gesundeten, wenn sie eine Infek­tion mit Krankheitserregern erlitten hatten. Doch alle Versuche, eine Immunreaktion künstlich zu erzeugen – etwa durch gezieltes Infizieren oder durch Impfen –, blieben erfolglos oder deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das grundsätzliche Problem schien zu sein, dass die Abwehrzellen den Krebs mit angezogener Handbremse zu bekämpfen schienen, egal wie sehr man sich bemühte, sie zu aktivieren ...

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Bei der Behandlung von Krebs gab es große Fortschritte: mRNA-Impfstoffe sind sogar gegen aggressive Tumoren erfolgreich und eine CAR-T-Zelltherapie verlängert die Überlebenszeit beträchtlich. Für eine Krebstherapie lassen sich aber auch körpereigene Zellen modifizieren – eine Art Selbsthilfe.

Spektrum Kompakt – Krebs verstehen

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