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Astronomie: Erbe vergangener Nachbarn



Kugelsternhaufen enthalten Zehntausende bis Milliarden Sterne auf engstem Raum. Vor 12 bis 16 Milliarden Jahren entstanden, können sie sich nicht mehr verjüngen, da ihnen ein interstellares Gas als Rohstoff für neue Sterne fehlt. Massereiche Objekte, die ihren Lebenszyklus rasch durchlaufen, sind längst als Supernovae explodiert. Und so bestehen die Haufen heute vorwiegend aus kleinen, langlebigen Individuen, die sich in ähnlichen Entwicklungsstadien befinden. Deshalb sollten sie sich auch in ihrer chemischen Zusammensetzung gleichen. Doch dem widersprechen jetzt Daten von dem 14000 Lichtjahre entfernten Sternhaufen NGC6752. Forscher um Raffaele Gratton am Osservatorio Astronomico di Padova (Italien) untersuchten ihn mit dem Very Large Telescope der ESO in Chile. Sie fanden, dass die Gehalte der leichteren Elemente Sauerstoff, Natrium, Magnesium und Aluminium überraschend stark schwankten. Ihrer Ansicht nach kann die Ursache nicht in den Stern-individuen selbst liegen. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass massereiche Sterne, die schon früh explodierten, mit ihren Explosionswolken die sich langsamer entwickelnden kleinen Sterne oder gar Sternkeime kontaminiert haben. (Astronomy & Astrophysics, Bd. 369, S. 87)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001, Seite 26
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001

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