Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Erlebnispädagogik: "In jedem von uns steckt mehr, als wir wissen"

Kurse zur Selbsterfahrung in der Natur helfen dabei, Mut und Zuversicht zu ­gewinnen, sagt Erlebnispädagoge Werner Michl. Um Menschen davon zu überzeugen, steigt er mit ihnen auf Berge und unternimmt ­Höhlentouren.
Werner MichlLaden...

Herr Professor Michl, der französische Phi­losoph Jean-Jacques Rousseau gilt als ein ­Vordenker der Erlebnispädagogik. Von ihm stammt der Satz "Nicht wer am ältesten wird, hat am längsten gelebt, sondern wer am intensivsten erlebt hat". Stimmen Sie zu?

Das ist mir zu plakativ. Wenn wir eine Höhlentour machen, sagen Sie danach vielleicht: Nie wieder! Jemand anderes hingegen: Das war spannend, mehr davon! Jeder erlebt so etwas auf seine Weise. Ich will auch gar nicht darüber richten, wer intensiv lebt und wer nicht. Übrigens hat Rousseau selbst keineswegs seiner Theorie gemäß gelebt. Er schrieb über das einfache Leben in der Natur, trieb sich aber ständig an Fürsten­höfen herum. Gleichwohl enthält sein Satz etwas Wahres: Wir sollten immer mal Neues wagen und aus dem Alltagstrott ausbrechen.

Rousseau forderte auch, der Mensch solle sich mit Gefahren vertraut machen. Nur so könne er lernen, seine Furcht zu besiegen.

Das ist richtig. Ich gehe oft mit Studierenden in die Wildnis. Natürlich muss da niemand um Leib und Leben fürchten, aber die Teilnehmer sollen ihre persönlichen Grenzen kennen lernen. Sie sollen sie akzeptieren oder auch überschreiten – im geschützten Rahmen. Viele sind überrascht, was alles möglich ist. Ich glaube, in jedem von uns steckt mehr, als wir wissen. Beim Klettern, Kanufahren oder Trekking lässt sich das sehr gut erfahren.

Muss man Berggipfel erklimmen, um seinen Alltag besser zu bewältigen?

Nein. Dennoch erwerben wir in der Natur ein Wissen, das uns im Alltagsleben nützlich sein kann ...

Kennen Sie schon …

4/2021

Gehirn&Geist – 4/2021

In dieser Ausgabe beschäftigt sich Gehirn&Geist mit dem Thema Zufriedenheit. Außerdem im Heft: Migräne bei Kindern, Soziale Landkarten im Gehirn, Ständig erschöpft - Langzeitfolgen von Covid-19, Transhumanismus.

Innere Ruhe - Wege zu mehr Gelassenheit

Spektrum Kompakt – Innere Ruhe - Wege zu mehr Gelassenheit

Gelassen zu bleiben ist schon zu normalen Zeiten manchmal kein leichtes Unterfangen. Aktuell, inmitten einer Pandemie, ist innere Ruhe um so wichtiger und um so schwieriger. Doch es gibt hilfreiche Strategien.

07/2021

Spektrum - Die Woche – 07/2021

Warum brechen Kinder den Kontakt zu ihren Eltern ab? Und wie können diese damit umgehen? Darüber lesen Sie mehr in dieser Ausgabe. Außerdem: Hilberts 13. Problem und ein erfolgreicher falscher Entdecker.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Literaturtipps
Heckmair, B., Michl, W.: Von der Hand zum Hirn und zurück: Bewegtes Lernen im Fokus der Hirnforschung. Ziel, Augsburg 2013
Selbsterfahrung aus neuro­biologischer Sicht

Michl, W.: Erlebnispädagogik. Reinhardt UTB, München, 2. Auflage 2011
Guter Überblick zum Thema