Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Ernährung: Süchtig nach Zucker

Zucker wirkt in mancher Hinsicht verblüffend ähnlich auf unser Gehirn und unser Verhalten wie Rauschgift. ­Machen uns Bonbons und Limonaden abhängig?
Einige Würfel Zucker liegen aufeinander. Laden...

Im Jahr 1886 suchte der US-amerikanische Apotheker und Bürgerkriegsveteran John Pemberton verzweifelt nach einem Heilmittel gegen seine Morphin-Abhängigkeit. Sein erster Versuch – ein Gemisch aus Wein und den Blättern des Kokastrauchs – war bereits gescheitert: Die Einführung eines Gesetzes zur Prohibition hatte ihn gezwungen, es wieder vom Markt zu nehmen. Doch Pemberton ließ nicht locker und verfeinerte sein Rezept immer weiter. Am Ende landete er schließlich bei einer Mixtur aus Wasser mit Kohlensäure, Zucker, Koffein, Phosphorsäure, Karamell, Aromen und Kokain, die er als eine Art Wundermittel gegen alle möglichen Erkrankungen vertrieb: gegen Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität und Impotenz. Und das alles für nur fünf Cent pro Glas!

Heute, gut 130 Jahre nach ihrer Erfindung, ist Coca-Cola mitverantwortlich dafür, dass sich Adipositas und Diabetes weltweit zu einer regelrechten Epidemie entwickelt haben. Das Getränk enthält zwar schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kein Kokain mehr, dafür jedoch eine andere Zutat, die uns vielleicht ebenfalls abhängig machen könnte: Zucker ...

1/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2018

Kennen Sie schon …

37/2019

Spektrum - Die Woche – 37/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns der Windkraft, verheerenden Erdbeeren und dem Kosmos.

10/2019

Gehirn&Geist – 10/2019

In dieser Ausgabe beschäftigt sich Gehirn&Geist mit der Rolle der Atmung für unser Denken. Außerdem im Heft: Sexualität, Psychosen und Darm-Hirn-Achse.

35/2019

Spektrum - Die Woche – 35/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns den Amazonasbränden, dem Baumsterben und Wachkoma.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Ahmed, S. H. et al.: Sugar Addiction: Pushing the Drug-Sugar Analogy to the Limit. In: Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care 16, S. 434-439, 2013

Schulte, E. M. et al.: Which Foods May Be Addictive? The Roles of Processing, Fat Content, and Glycemic Load. In: PLoS One e0117959, 2015

Westwater, M. L. et al.: Sugar Addiction: The State of the Science. In: European Journal of Nutrition 55, S. 55-69, 2016