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Ernährung: Süchtig nach Zucker

Zucker wirkt in mancher Hinsicht verblüffend ähnlich auf unser Gehirn und unser Verhalten wie Rauschgift. ­Machen uns Bonbons und Limonaden abhängig?
Einige Würfel Zucker liegen aufeinander.

Im Jahr 1886 suchte der US-amerikanische Apotheker und Bürgerkriegsveteran John Pemberton verzweifelt nach einem Heilmittel gegen seine Morphin-Abhängigkeit. Sein erster Versuch – ein Gemisch aus Wein und den Blättern des Kokastrauchs – war bereits gescheitert: Die Einführung eines Gesetzes zur Prohibition hatte ihn gezwungen, es wieder vom Markt zu nehmen. Doch Pemberton ließ nicht locker und verfeinerte sein Rezept immer weiter. Am Ende landete er schließlich bei einer Mixtur aus Wasser mit Kohlensäure, Zucker, Koffein, Phosphorsäure, Karamell, Aromen und Kokain, die er als eine Art Wundermittel gegen alle möglichen Erkrankungen vertrieb: gegen Verdauungsprobleme, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität und Impotenz. Und das alles für nur fünf Cent pro Glas!

Heute, gut 130 Jahre nach ihrer Erfindung, ist Coca-Cola mitverantwortlich dafür, dass sich Adipositas und Diabetes weltweit zu einer regelrechten Epidemie entwickelt haben. Das Getränk enthält zwar schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kein Kokain mehr, dafür jedoch eine andere Zutat, die uns vielleicht ebenfalls abhängig machen könnte: Zucker …

1/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2018

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  • Quellen

Ahmed, S. H. et al.: Sugar Addiction: Pushing the Drug-Sugar Analogy to the Limit. In: Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care 16, S. 434-439, 2013

Schulte, E. M. et al.: Which Foods May Be Addictive? The Roles of Processing, Fat Content, and Glycemic Load. In: PLoS One e0117959, 2015

Westwater, M. L. et al.: Sugar Addiction: The State of the Science. In: European Journal of Nutrition 55, S. 55-69, 2016