Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Welt der Wissenschaft: Interview: »Das wurde über Nacht ein ikonisches Foto!«

Anlässlich der ersten radioastronomischen Aufnahme eines Schwarzen Lochs mit dem »Event Horizon Telescope« sprach »Sterne und Weltraum« mit dem deutschen Radioastronomen Heino Falcke, der federführend an der Entdeckung beteiligt war.
Heino Falcke

Sterne und Weltraum: Herr Professor Falcke, wie kamen Sie zur Astronomie und insbesondere zum Thema Radioastronomie und Schwarze Löcher?

Falcke: Ich weiß noch, wie ich als Kind, mit etwa fünf Jahren, die letzte Mondlandung gesehen habe. Das hat mich fasziniert. Ich hing vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher, während die anderen Kinder draußen spielten. Außerdem hatte mich meine Großmutter häufig zur Volkssternwarte in Köln mitgenommen. Ich wollte zunächst zur Müllabfuhr oder Tierarzt werden. Doch dann reizten mich die Physik und die Theologie, weil mich die fundamentalen Fragen interessierten. Ich war sehr neugierig und stellte viele Fragen, zum Beispiel, was hinter dem Himmel ist oder ob das Weltall unendlich ist. Dann dachte ich, dass Pfarrer vielleicht keine so gute Idee ist, weil ich mir keine Namen merken kann. Außerdem war ich nicht so gut in alten Sprachen. Also blieb ich bei der Physik. Ich habe populärwissenschaftliche Zeitschriften wie »Spektrum der Wissenschaft« gelesen und merkte, dass in der Astronomie die Post abgeht. Mir wurde klar, dass eines der großen Rätsel die Gravitation ist und es da noch etwas zu entdecken gibt. Das ist ja bis heute noch so, weil es nicht gelungen ist, die Quantentheorie und die Gravitation zu vereinigen. So startete ich mit der Physik zunächst in Köln und wechselte dann zur Uni Bonn mit ihrer großen astronomischen Kompetenz. Dort lernte ich meinen späteren Betreuer, Professor Peter Biermann vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie, kennen, der unter anderem über Schwarze Löcher forschte und der mich faszinierte. Mir wurde klar, dass die Schwarzen Löcher genau das Richtige sind, wenn ich die Schwerkraft erforschen wollte. Das war mein Einstieg in die Gravitationsphysik und in die Radioastronomie …

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – 29/2021

Die verheerende Flutkatastrophe wird uns noch lange Zeit beschäftigen. Doch wie ist das Rekordhochwasser überhaupt zu Stande gekommen? Und können sich Überflutungen künftig verhindern lassen? Das erfahren Sie in dieser Woche.

Spektrum - Die Woche – 24/2021

Sie sind alle Individuen: eins der energiereichsten kosmischen Phänomene entpuppt sich als überraschend divers. Daneben finden Sie in dieser Ausgabe einen Warnhinweis vor mittelalterlicher Schuhmode, einen Vogel, der keiner war, und außerdem RNA, die nicht vor Viren schützt - sondern vor Insekten.

Spektrum - Die Woche – 18/2021

Von Rassen zu reden, ist Unsinn, sagt der Genetiker Johannes Krause im Interview. Außerdem in dieser Ausgabe »Spektrum – Die Woche«: eine kosmische Kuh mit Flecken und Alternativen zu exotischen Superfoods.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!