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Welt der Wissenschaft: Astrometrie: Eine Milliarde Sternpositionen

Lange haben die Astronomen darauf gewartet: Am 14. September wurde Gaias erster Sternkatalog, genannt Gaia DR1 ("Data Release 1"), mit hochgenauen Positionen und Helligkeiten von 1,143 Milliarden Sternen veröffentlicht. Das Weltraumobservatorium Gaia ist das große Projekt der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, mit dem unser Milchstraßensystem räumlich vermessen werden soll.
Abtastung des gesamten Himmels durch Gaia (Mollweise-Projektion)

Für die Astronomen ist es, als fielen Weihnachten und Ostern auf einen Tag: Die Fülle an Daten, die der Satellit Gaia bisher geliefert hat, ist ein willkommenes Geschenk, auf das viele Forscher schon sehnsüchtig gewartet haben. Dabei ist der jetzige "Data Release 1", wie er genannt wird, nur ein klitzekleines Appetithäppchen. Er bietet nur einen Vorgeschmack von dem, was schon die nächste Version des Gaia-Sternkatalogs enthalten soll, deren Erscheinen für Ende 2017 vorgesehen ist. Aber verglichen mit dem, was den Astronomen der Welt bisher an genauen Sternpositionen, -bewegungen und -entfernungen zur Verfügung stand, ist er ein beachtlicher Fortschritt – er bildet eine reichhaltige Fundgrube für die gesamte Astrophysik.

Gaia ist ein Astrometriesatellit, dessen Aufgabe es ist, den gesamten Himmel genau zu vermessen. Der erste, noch vorläufige Sternkatalog, der am 14. September 2016 mit dem "Data Release 1" freigegeben wurde, ist von vornherein für alle potenziellen Nutzer verfügbar. Dies ist gegenüber den meisten Weltraummissionen eine Besonderheit: Üblicherweise können die an den Missionen beteiligten Wissenschaftler (welche die von ihnen gebauten Instrumente über nationale Mittel selbst finanzieren) für eine bestimmte Zeit exklusiv mit den Daten arbeiten, bevor die übrigen Astronomen der Welt darauf zugreifen können.

Bei Gaia ist dies anders: Das Raumfahrzeug und die Instrumente sind hier so eng verzahnt, dass die Europäische Raumfahrtorganisation ESA nicht nur den Start und den Betrieb des Satelliten, sondern auch die wissenschaftlichen Instrumente finanziert hat. Deshalb hat die ESA entschieden, die Gaia-Forschungsergebnisse sofort frei zugänglich zu machen.

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