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Forensik: Es steht im Gesicht geschrieben



Wer lügt, verrät sich durch subtile Signale. Schon herkömmliche Lügendetektoren nutzen das aus. Sie registrieren beispielsweise einen Anstieg des Pulses oder der Schweißabsonderung – Zeichen für den Stress, den es bedeutet, die Unwahrheit zu sagen. Nun konnten Wissenschaftler um James Levine von der Mayo-Klinik im amerikanischen Rochester (Minnesota) Lügner allerdings auf noch viel einfachere Weise entlarven – anhand von Wärmesignalen im Gesicht. In einem Experiment ließen sie Versuchspersonen einen vorgetäuschten Raubmord begehen. Dabei mussten die Testverbrecher eine Schaufensterpuppe "erstechen" und berauben. Ihrer Tat angeklagt, sollten sie ihre Unschuld beteuern – ebenso wie die Personen einer Kontrollgruppe, die keinen "Raubmord" begangen hatten. Mit einer Infrarotkamera überführten die Wissenschaftler immerhin Dreiviertel der Übeltäter und erkannten 90 Prozent der Unschuldigen. Die Erfolgsquote entsprach damit derjenigen herkömmlicher Lügendetektoren. Da die Wärme-Methode ohne Körperkontakt und spezielles Fachpersonal auskommt, eignet sie sich nach Ansicht der Forscher für eine Vielzahl von Situationen – etwa bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen. Auch in großen Menschenmengen ließen sich damit verdächtige Personen ausfindig machen. (Nature, Bd. 415, S. 35)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002, Seite 50
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002

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