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Evolution: Der Beginn der Warmblütigkeit

Fossilien des Innenohrs verraten einen entscheidenden Schritt in der Evolution der Wirbeltiere: Wann begannen die Säugetiere, ihre Körpertemperatur zu regulieren?
Fieberthermometer

Im Gegensatz zu anderen Wirbeltieren vermögen Säugetiere, ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Diese Regulationsfähigkeit, die als Endo- oder Homoiothermie bezeichnet wird, gilt als ein wichtiger Schritt in der Evolution der Landwirbeltiere. Wann kam es dazu?

Wie Fachleute vermuten, entwickelte sich die Endothermie parallel zu einer gesteigerten aeroben Kapazität, die wiederum eine höhere körperliche Aktivität ermöglichte. Mit anderen Worten: Im Gegensatz zu wechselwarmen Organismen können gleichwarme Tiere für ihre Energie­gewinnung mehr Sauerstoff nutzen und sich daher schneller bewegen.

Wer aber rasch unterwegs ist, muss die Lage seines Körpers im Raum gut kontrollieren und dabei die Umwelt im Auge behalten. Hier kommt das Innenohr ins Spiel: Es enthält Bewegungssensoren, die ähnlich wie die Sensorkomponenten in einem Smartphone die Kopfbewegungen registrieren, so dass der Körper sein Gleichgewicht halten kann …

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  • Quellen

Araújo, R. et al.: Inner ear biomechanics reveals a Late Triassic origin for mammalian endothermy. Nature 607, 2022

Bennett, A. F., Ruben, J. A.: Endothermy and activity in vertebrates. Science 206, 1979

Benton, M. J.: The origin of endothermy in synapsids and archosaurs and arms races in the Triassic. Gondwana Research 100, 2021

Money, K. E. et al.: Physical properties of fluids and structures of vestibular apparatus of the pigeon. American Journal of Physiology 220, 1971

Muller, M.: Size limitations in semicircular duct systems. Journal of Theoretical Biology 198, 1999

Rabbitt, R. D. et al.: Biomechanics of the semicircular canals and otolith organs. In: Highstein, S. M. et al. (Hg.): The Vestibular System. Springer Handbook of Auditory Research, Vol. 19. Springer, 2004, S. 153-201

Ruben, J.: The Evolution of endothermy in mammals and birds: from physiology to fossils. Annual Reviews of Physiology 57, 1995