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Extreme Ereignisse: Extrem gewagt

Schwere Erdbeben, Wirbelstürme und Überschwemmungen treten viel häufiger auf, als nach der klassischen Statistik zu erwarten wäre. Neue Forschungsansätze suchen nach einer besseren Erfassung extremer Ereignisse.
WirbelsturmLaden...
Monsterwellen treffen auf Schiffe, beschädigen sie schwer oder lassen sie sogar sinken. Rekorderdbeben legen ganze Regionen in Schutt und Asche. Jahrhundertfluten überrollen Deiche und überschwemmen das Hinterland. Ungewöhnlich starke Hurrikane verwüsten Großstädte, extreme Regenfälle und Hagelschauer vernichten Ernten. Und eine handfeste Finanzkrise vernichtet innerhalb von Monaten Milliardenwerte an Aktienkapital.

All diese Extremereignisse haben eines gemeinsam: Sie treten höchst selten auf, können dabei aber enorme Schäden anrichten. Wann, wo und wie stark sie zuschlagen, scheint dem Zufall überlassen. Zwar versuchen Wissenschaftler seit Jahrzehnten, halbwegs verlässliche Prognosen und Frühwarnsysteme zu entwickeln. Erfolg haben sie damit bislang aber kaum. Erdbeben, Tornados oder Börsenkrisen lassen sich entweder gar nicht vorhersagen, oder die Prognosen sind zu vage, als dass sie konkreten Nutzen hätten.

Nun hofft die Fachwelt auf einen neuen Ansatz. Statt nur innerhalb der einzelnen Disziplinen nach besseren Prognoseverfahren zu suchen, arbeiten die Wissenschaftler zunehmend auch interdisziplinär und fahnden nach mathematischen Parallelen. "Wir hoffen, dass verschiedene Disziplinen voneinander lernen und wir neue, grundlegende Erkenntnisse gewinnen", sagt Professor Holger Kantz vom Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden. Sollten sich tatsächlich Gemeinsamkeiten zwischen Wetterextremen, Finanzkrisen und Erdstößen zeigen, dürften demnach auch die Prognosen treffsicherer werden. Noch steht dieser Ansatz der Extremforschung am Anfang. Doch erste Erfolge deuten sich bereits an.

Wie schön wäre es doch, wenn das Einzige, was die Bewegung des Meerwassers beeinflusste, die Gezeiten wären!...
Januar 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Januar 2010

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