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Familie: Wenn Paare Eltern werden

Mit der Geburt des ersten Kindes erfüllt sich für viele ein Lebenstraum. Doch dann folgt oft eine Beziehungskrise. Was macht es so schwer, den Alltag gemeinsam zu meistern?
Mutter, Vater, Baby liegen glücklich miteinander auf dem Bett

Ihr Familienglück war gerade acht Monate alt, da beschlossen Tobias und Friederike sich zu trennen. Während Baby Justus ausnahmsweise mal friedlich schlief, saß Friederike weinend auf dem Sofa, und Tobias packte Zahnbürste und Kleidung für ein paar Tage in seine Handball­tasche. »Ich war gleichzeitig wütend und verzweifelt und wollte nur noch, dass er geht und endlich Ruhe einkehrt«, erzählt Friederike. Auch Tobias brauchte dringend Abstand: »Ich konnte gar nicht schnell genug wegkommen aus dieser chaotischen Enge, vom täglichen Streit, dann Justus, der einfach immer zu schreien schien. Mir war völlig klar: Das geht so nicht, ich kann und will so nicht leben.«

Er verließ die gemeinsame Zwei-Zimmer-Wohnung und zog zu einem Freund. Der bot ihm für ein paar Nächte ein Gästebett – und wusch ihm gehörig den Kopf. Der Freund, selbst Vater zweier Kinder, machte Tobias klar, dass er sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen konnte. »Irgendwann hat es bei mir klick gemacht. Ich habe begriffen, dass ich die ganze Zeit versuchte, mein altes Leben weiterzuleben, und das war schlicht nicht möglich«, erinnert sich Tobias. Er schaut ein wenig entschuldigend zu Friederike, die bei unserem Online-Meeting neben ihm vor dem Bildschirm sitzt…

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  • Quellen

Di Marco, S. et al.: 1755 – postpartum depression, anxiety and marital relationship: A pilot study. European Psychiatry 28, 2013

Fthenakis, W. E. et al.: Paare werden Eltern. Die Ergebnisse der LBS-Familien-Studie. Leske + Budrich, 2002

Tissera, H. et al.: Happy prenatal relationships, healthy postpartum mothers: A prospective study of relationship satisfaction, postpartum stress, and health. Psychology & Health 36, 2021

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