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Archäologie: Farbenprächtiger antiker Sarkophag



Heute erglänzt die Akropolis in strahlendem Weiß – in der Antike leuchtete sie wahrscheinlich in bunten Farben. Ähnliches gilt für all die klassischen Skulpturen, deren edlen Marmorschimmer wir so bewundern. Wie sie im Original aussahen, wissen wir leider nicht; denn der Zahn der Zeit und der Übereifer früherer Archäologen bei der Reinigung ihrer Fundstücke haben kaum je Farbreste übrig gelassen. Eine Ausnahme bildet nun ein behutsam restaurierter Sarkophag aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert. Von Grabräubern auf der Flucht zurückgelassen, gelangte der zerbrochene und völlig verdreckte Marmorbehälter von der kleinasiatischen Nekropole Can nach seiner Entdeckung durch die Polizei ins Canakkale Museum in der Nordwesttürkei. Restauratoren entfernten dort vorsichtig mit Skalpellen, Stöckchen und Gebläsen die Schmutzkruste – das einfache Abspülen mit Wasser und Putzmittel hätte die Farbpigmente mit abgelöst. Zu Tage kamen farbenfrohe Jagd- und Kampfszenen. Die vorsichtige Reinigungsmethode machte den Totenbehälter zum farbenprächtigsten Sarkophag der klassischen griechischen Antike. (University of Cincinnati/Studia Troica Mai 2002)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002, Seite 77
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
7 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002

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