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Wahrnehmung: Farbtäuschungen und Gehirn

Experimente mit optischen Täuschungen zeigen, dass das Gehirn Farbe nicht immer getrennt von Form und Tiefe verarbeitet. Farben wirken bei der Gestaltwahrnehmung viel stärker mit als bisher angenommen.
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Ohne Farben würde unserer Welt etwas Wesentliches fehlen. Sie ermöglichen uns nicht nur, die Welt genauer zu erfassen, sondern bringen auch Qualitäten hervor, die es ohne sie nicht gäbe. Das Farbfoto zeigt Herbstblätter im stillen Wasser eines Brunnens, in dem sich außerdem Baumkronen und ein dunkelblauer Nachmittagshimmel spiegeln. Auf der Schwarz-Weiß-Version treten die Blätter weniger deutlich hervor, der Himmel fehlt ganz, die Lichtspiegelungen sind schwach und das Wasser selbst lässt sich kaum erkennen. Die unterschiedliche Tiefe des Himmels, der Bäume und der im Wasser treibenden Blätter ist verschwunden. Diese Bedeutung der Farbe wird selten gebührend anerkannt, und sogar über ihr Wesen herrschen Missverständnisse. Viele meinen, sie sei eine charakteristische Objekteigenschaft, die ausschließlich von der spezifischen Wellenlänge des vom Gegenstand reflektierten Lichts abhänge. Doch diese Ansicht ist falsch. Farbe ist eine Empfindung, die im Gehirn entsteht. Würden die wahrgenommenen Farben nur von der Wellenlänge des reflektierten Lichts bestimmt, so müsste jedes Objekt bei wechselnder Beleuchtung während des Tages und im Schatten dramatisch die Farbe wechseln.
August 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft August 2007

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