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Biologie: Faultiere fürs Herumhängen perfektioniert

Faultiere besitzen Fasern, die ihre inneren Organe festhalten – eine Anpassung an ihre besondere Lebensweise. Die gemächlichen Tiere verbringen viel Zeit damit, kopfunter vom Astwerk zu hängen. Dies würde auf Dauer dazu führen, dass die Eingeweide absinken und auf die Lungen drücken, so dass das Atmen unverhältnismäßig schwer würde. So weit kommt es aber nicht, denn so genannte Zurrfasern halten die Organe an Ort und Stelle und verhindern deren Absacken.

Rory Wilson von der Swansea University und seine Kollegen haben wochenlang die Stoffwechselraten mehrerer Faultiere gemessen. Dies erlaubte ihnen, den Energieaufwand abzuschätzen, den die Tiere in verschiedenen Körperhaltungen leisten müssen. Zuvor hatten sie zwei tote Dreifingerfaultiere (Bradypus variegatus) obduziert und dabei deren Zurrfasern untersucht.

Den Messungen zufolge sparen Faultiere durch ihre Eingeweidefasern bis zu 13 Prozent der Energie, die sie beim Kopfunterhängen sonst fürs Atmen aufbringen müssten. Das gilt insbesondere für vollgefressene Tiere, denn bei diesen kann bis zu einem Drittel des Körpergewichts an Urin und Kot auf das Zwerchfell drücken und das Atemholen erschweren. Die deutliche Energieeinsparung mache die Haltefasern zu einer lohnenden Einrichtung, schreiben die Forscher – trotz einiger Nachteile, etwa einer deutlich geringeren Beweglichkeit.

Juli 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2014

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  • Quelle

Cliffe, R. N. et al.: Mitigating the Squash Effect: Sloths Breathe Easily Upside Down. In: Biology Letters 10, 20140172, 2014