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Sport

Fehlerteufel im Kopf

Oft versagen Athleten gerade dann, wenn sie sich ganz besondersanstrengen. Schuld ist laut Forschern die erhöhte Selbstaufmerksamkeit - denn sie bringt eingespielte Bewegungsabläufe leicht aus dem Takt.
Schön wär’s!

München im Mai 2012: Bastian Schweinsteiger macht sich auf den Weg zum entscheidenden Elfmeter im Finale der Fußball-Championsleague. Es steht 4 : 3 zwischen dem FC Chelsea und dem FC Bayern München. Mehr als 60 000 Zuschauer auf den Rängen wagen kaum zu atmen. Der Schiedsrichter pfeift, Schweinsteiger läuft an, schießt – und trifft den Pfosten. Die bittere Niederlage der Münchner lässt den Schützen ratlos den Kopf schütteln: Wie konnte das nur passieren?
Fußballprofis haben im Leben schon so viele Elfmeter geschossen, dass sie den Bewegungsablauf wie im Schlaf beherrschen. Warum scheitern dann selbst erfahrene Sportler oft im entscheidenden Moment? Für das, was Schweinsteiger damals in München passierte, gibt es im Englischen einen eigenen Begriff: "choking". Das bedeutet hier so viel wie "unter Druck nicht an die eigenen Fähigkeiten heranreichen". Und das kann jeden erwischen – nicht nur beim Sport, sondern in allen Stresssituationen, etwa wenn man bei einem zigfach geübten Vortrag plötzlich ins Stottern gerät. Es reicht schon, wenn uns jemand bei der Arbeit über die Schulter schaut, um uns aus dem Konzept zu bringen – und das, obwohl wir uns unter Beobachtung doch besonders viel Mühe geben!
Gerade die erhöhte Anstrengung ist aber oft der Anfang vom Ende …

6/2013

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 6/2013

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  • Literaturtipps und Quellen

Literaturtipps

Beilock, S.: Choke: What the Secrets of the Brain Reveal about Getting it Right when you Have to. Free Press, New York 2010
Bislang nur auf Englisch erhältlicher Überblick zum Phänomen "choking" mit vielen praktischen Tipps.

Wulf, G.: Aufmerksamkeit und motorisches Lernen. Elsevier, München 2009


Quellen

Bertrams, A., Englert, C.: Wie Angst sportliche Leistung beeinträchtigt - und was man dagegen tun kann: Das Kraftspeichermodell der Selbstkontrolle im Sportkontext. In: In–Mind 1/2012

Duke, R. A. et al.: Focus of Attention Affects Performance of Motor Skills in Music. In: Journal of Research in Music Education 59, S. 44-55, 2011

Gucciardi, D., F., Dimmock, J. A.: Choking under Pressure in Sensorimotor Skills: Conscious Processing or Depleted Attentional Resources? In: Psychology of Sport and Exercise 9, S. 45-59, 2008

Koedijker, J. M. et al.: Attention and Time Constraints in Perceptual-Motor Learning and Performance: Instruction, Analogy, and Skill Level. In: Consciousness and Cognition 20, S. 245-256, 2011

Logan, G. D., Crump, M. J. C.: The Left Hand Doesn't Know What the Right Hand Is Doing. The Disruptive Effects of Attention to the Hands in Skilled Typewriting. In: Psychological Science 20, S. 1296-1300, 2009

Oudejans, R. R. D., Pijpers, J. R.: Training with Mild Anxiety May Prevent Choking under Higher Levels of Anxiety. In: Psychology of Sport and Exercise 11, S. 44-50, 2009

Porter, J. M. et al.: Directing Attention Externally Enhances Agility Performance: A Qualitative and Quantitative Analysis of the Efficacy of Using Verbal Instructions to Focus Attention. In: Frontiers in Psychology 1, 216, 2010

Wan, C. Y., Huon, G. F.: Performance Degradation under Pressure in Music: An Examination of Attentional Processes. In: Psychology of Music 33, S. 155-172, 2005

Wulf, G.: Attentional Focus and Motor Learning: A Review of 15 Years. In: International Review of Sport and Exercise Psychology 1, S. 77-104, 2013

Zentgraf, K. et al.: Neural Correlates of Attentional Focusing during Finger Movements: A fMRI Study. In: Journal of Motor Behavior 41, S. 535-541, 2009