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Synaptogenese: Feinmechanik des Erinnerns

Lernen und Gedächtnis gründen auf der Verknüpfung von Neuronen über Synapsen. Wie spezielle Proteine dieses molekulare Stellwerk regeln, erforschen die Neurowissenschaftlerinnen Clara Eßmann und Amparo Acker-Palmer von der Universität Frankfurt.
Abstoßend
100 bis 500 Billionen – Zahlen mit je 14 Nullen! Auf diese astronomische Größenordnung schätzen Neurowissenschaftler die Summe der Synapsen im menschlichen Gehirn. Diese Kontaktstellen, welche die Milliarden von Nervenzellen unseres Denkorgans miteinander verbinden, bilden die Grundlage des Gedächtnisses. Denn die Neurone sind nicht fest miteinander verdrahtet, vielmehr verändern sich ihre Kontakte ständig und passen sich neuen Gegebenheiten an – die Basis sämtlicher Lernvorgänge. So wie zunehmender Autoverkehr den Ausbau einer kleinen Piste zur vierspurigen Bundesstraße erforderlich machen kann, werden im Gehirn häufig verwendete Signalwege verstärkt. Dagegen gerät die Signal­übertragung bei verwaisten Wegen wie auf einer lange nicht mehr in Stand gehaltenen Straße ins Stocken – die Information wird vergessen.
Um die grundlegenden Mechanismen von Lernen und Gedächtnis zu verstehen, versuchen Forscher die Vorgänge an den Synapsen bis ins Detail zu analysieren …
September 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist September 2010

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