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Paläontologie: Flotte Schwergewichte



Dinosaurier galten bisher als plumpe Kolosse, die mit ihrem groben Knochenbau schwerfällig daherstapften. Doch neu entdeckte fossile Fußspuren eines aufrecht gehenden, zweibeinigen Raubsauriers (Theropoden) aus der Verwandtschaft von Tyrannosaurus rex widerlegen dieses Vorurteil. Danach waren die urzeitlichen Echsen durchaus fähige Sprinter, die es mit dem Menschen hätten aufnehmen können. Die 163 Millionen Jahre alten Abdrücke im Ardley-Steinbruch in der englischen Grafschaft Oxfordshire liegen zunächst noch auf einer recht breiten Zickzacklinie. Doch dann vergrößert sich ihr Abstand auf mehr als das Doppelte (5,65 Meter), und sie bilden fast eine Gerade. Offenbar verfiel das Tier aus einem gemächlichen Watschelgang in einen flotten Laufschritt. Aus dem Abstand der Trittspuren und der – anhand der Fußlänge geschätzten – Hüfthöhe von knapp zwei Metern berechneten Forscher um Julia Day von der Universität Cambridge die mutmaßliche Geschwindigkeit des Sauriers. Ergebnis: Im Gehen erreichte er etwa sieben Kilometer pro Stunde, im Rennen immerhin rund dreißig – fast das Tempo eines Hundert-Meter-Läufers. Wie lange die Echse diesen Spurt durchhielt, lässt sich der Spur allerdings nicht entnehmen: Sie ist insgesamt nur 35 Meter lang. (Nature, Bd. 415, S. 494)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002, Seite 50
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002

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