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Gehirn im Flow: "Vom Wahrnehmen direkt zum Handeln"

Besondere Bewusstseinszustände sind ein ­Lieblingsthema des Neurowissenschaftlers Arne Dietrich. Ihm zufolge erleben wir ein Flow-Gefühl, wann immer die wichtigste ­Kontrollinstanz im Kopf die Zügel schleifen lässt.
Der Psychologe Arne Dietrich sitzt auf einem Boot. Im Hintergrund sind weitere Boote und Vögel zu sehen.

Herr Professor Dietrich, was passiert bei Flow-Zuständen im Gehirn?

Das lässt sich nicht so einfach beantworten, weil man es mit neurowissenschaftlichen Methoden nur schlecht untersuchen kann. Erstens ist es extrem schwierig, Menschen im Labor gezielt in Flow-Zustände zu versetzen. Und zweitens erleben wir diese ja nur dann, wenn wir aktiv sind, uns einer bestimmten Tätigkeit hingeben. Beim Neuroimaging aber dürfen sich die Probanden im Hirnscanner so gut wie gar nicht bewegen. Schon ein Wackeln von wenigen Millimetern verdirbt die Messung des BOLD-Signals, anhand dessen man Rückschlüsse auf die Hirnaktivität zieht. Man kann jedoch einiges darüber sagen, was nach allem, was wir wissen, höchstwahrscheinlich bei Flow im Gehirn passiert. Zu den Kennzeichen solcher Zustände zählen ja das mentale Versinken im eigenen Tun, das Gefühl, dass einem alles mühelos von der Hand geht, sowie das Ausblenden der Zeit und der Umgebung. All das setzt voraus, dass Teile des Frontalhirns ihre Aktivität zeitweise vermindern. In der Fachsprache wird das "transiente Hypofrontalität" genannt ...

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  • Quellen

Aherne C., Moran A. P., Lonsdale C.: The effect of minness training on athletes’ flow: An initial investigation. Sport Psychologist, 25, 177–189

Dietrich, A.: Neurocognitive Mechanisms Underlying the Experience of Flow. In: Consciousness and Cognition 13, S. 746–761, 2004

Sheldon, K. M., Prentice, M. Halusic, M.: The Experiential Incompatibility of Mindfulness and Flow Absorption. In: Social Psychological and Personality Science 6, S. 276-283, 2015