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Freispruch für Bakterien


Einige weitverbreitete Bakterien wie Clamydia pneumoniae stehen seit einiger Zeit im Verdacht, koronare Herzerkrankungen auszulösen. Wie Alain Tegui vom Französischen National-Institut für Gesundheit und medizinische Forschung in Paris herausfand, sind die Bakterien selbst jedoch relativ harmlos, solange der Körper in der Lage ist, die von ihnen und anderen Faktoren ausgelösten Entzündungsreaktionen einzudämmen. Teguis Team fütterte Mäuse, die aufgrund eines Gendefekts kein entzündungshemmendes Interleukin-10 herstellen konnten, mit besonders fett- und cholesterinreicher Nahrung. Selbst unter sterilen Bedingungen entwickelten die Tiere daraufhin dreimal soviel Ablagerungen in den Arterien wie normale Mäuse; in Gegenwart von Bakterien und Allergenen waren es sogar dreißigmal soviele. Pflanzte man den Mäusen das fehlende Gen für Interleukin-10 wieder ein, entstanden dagegen wesentlich kleinere Ablagerungen. Zur Vermeidung von Arteriosklerose sind also in erster Linie Entzündungsreaktionen zu bekämpfen; die Verabreichung von Antibiotika allein bringt vergleichsweise wenig. (Circulation Research, Bd. 85, S. e17)


Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 2000, Seite 12
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 2000

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 2000

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