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Hörschäden: Gehör in Gefahr

Wir setzen uns zunehmend schädlicher Dauerbeschallung durch Freizeitlärm aus. Dadurch könnten viele junge Menschen später eine starke Schwerhörigkeit entwickeln.

Unser Hörsinn ist ein kleines Wunder. Aus einem Chaos sich überlagernder Schallwellen, die Haarzellen im Innen­ohr wahrnehmen, entstehen im Hör­ zentrum des Gehirns Worte und Mu­sik. Das System reagiert allerdings empfindlich auf übermäßigen Lärm, der im schlimms­ten Fall zu permanenter Stille oder einem dauerhaften Fiepen führt. Doch anstatt die Ohren so gut wie mög­lich zu schützen, setzen viele sich freiwillig mehr lauten Geräuschen aus, als ihnen guttut.

Die Entwicklung begann 1979, als der erste Walkman auf den Markt kam. Das kleine Gerät ermöglichte es Menschen, ihre Musik überallhin mitzunehmen und sich über Kopfhörer oder Ohrstöpsel nonstop berieseln zu lassen. Heutzutage bietet jedes Smartphone diese Funktion. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stieg die Anzahl derer, die täglich Kopfhörer nutzen, von 1990 bis 2005 um 75 Prozent an. Mittlerweile sind nach Angaben der Behörde eine Milliarde junger Menschen weltweit gefährdet, einen Hörverlust zu erleiden. Die Gefahr wird unterschätzt, denn die Schäden führen oft erst nach Jahren zu merklichen Problemen…

7/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7/2020

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  • Quellen

Le Clercq, C. M. P. et al.: Music-induced hearing loss in children, adolescents, and young adults: A systematic review and meta-analysis. Otology & Neurotology 37, 2016

Le Prell, C. G. et al.: Extended high frequency thresholds in college students: Effects of recreational noise. Journal of the American Academy of Audiology 24, 2013

Liberman, M. C. et al.: Toward a differential diagnosis of hidden hearing loss in humans. PLOS ONE 11, 2019

Sulaiman, A. H. et al.: Evaluation of early hearing damage in personal listening device users using extended high-frequency audiometry and otoacoustic emissions. European Archives of Oto-Rhino-Laryngology 271, 2014