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Genetik: Freunde haben ähnliche Erbanlagen

Menschen, die miteinander befreundet sind, ähneln sich offenbar nicht nur in ihrem Verhalten und ihren Vorlieben, sondern auch in ihren Erbanlagen. Im Durchschnitt stimmt unser Genom mit dem eines Freundes genauso stark überein wie mit dem eines Cousins vierten Grades oder eines anderen Nachfahren unserer Ururgroßeltern. Zu diesem Schluss kommen James Fowler von der University of California in San Diego und Nicholas Christakis von der Yale University (beide USA), nachdem sie die Genome von mehr als 1900 Menschen sequenziert und analysiert haben. Obwohl fast alle Studienteilnehmer aus dem gleichen Ort kamen und die gleiche ethnische Abstammung hatten, stimmten die Erbanlagen von Freunden stärker miteinander überein als die von Menschen, die nicht befreundet waren.

Besonders viele Ähnlichkeiten entdeckten die Forscher bei den Genen, die für den Geruchssinn relevant sind. Wenig gemein hatten hingegen die Erbanlagen, die über Immunreaktionen gegen Krankheitserreger bestimmen. Fowler und Christakis spekulieren, dass sich das evolutionsbiologisch auszahlen könnte: Sind die Menschen, mit denen wir uns am meisten umgeben, anderen Keimen gegenüber anfällig als wir, dann behindert das die Ausbreitung von Krankheiten. Bei Personen, die keinen näheren Umgang miteinander pflegten, stellen die Forscher geringere Unterschiede in den immunrelevanten Erbanlagen fest.

September 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2014

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  • Quelle

Christakis, N. A., Fowler, J. H.: Friendship and Natural Selection. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 111, Supplement 3, S. 10796 - 10801, 2014