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Interview: "Freunde sind wichtiger als die Ernährung"

Der Psychosomatiker Peter Henningsen von der Technischen Universität München weiß, wie fein Körper und Geist miteinander verdrahtet sind. Im Interview betont er die Bedeutung eines intakten Soziallebens für die Gesundheit.
Peter Henningsen

Herr Professor Henningsen, sind glückliche Menschen tatsächlich gesünder?
Es gibt viele Hinweise, dass sich Optimismus und Zufriedenheit positiv auf die Gesundheit und sogar auf die Lebenserwartung auswirken. Umgekehrt entwickeln permanent unzufriedene und pessimistische Menschen gehäuft chronische Entzündungen. Das zeigte unter anderem eine große US-amerikanische Langzeit­studie, die Women's Health Initiative, in der Wissenschaftler fast 100 000 Frauen nach ihrer Lebenshaltung und diversen körperlichen Erkrankun­gen wie Krebs, Herzleiden und Osteo­porose ­befragten. Frauen, die zynisch und feindselig eingestellt waren, hatten ein deutlich ­erhöhtes Risiko, während der achtjährigen Beobachtungsphase eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln oder sogar zu sterben. Die Optimistinnen hatten dagegen eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung.
Wie erklären Sie diesen Befund?
Was genau die positive Lebenseinstellung im Körper bewirkt, wissen wir noch nicht sicher. Zwar kennen wir die statistischen Zusammenhänge, doch zu den Mechanismen gibt es bislang nur Hypothesen. Beispielsweise deuten Untersuchungen darauf hin, dass sich gute Gefühle auf bestimmte Funktionen des Immunsystems positiv auswirken. Das scheint auch der Grund zu sein, warum glückliche Menschen weniger anfällig für Entzündungserkrankungen sind ...

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  • Literaturtipp
Bartens, W.: Körperglück - Wie gute Gefühle gesund machen. Droemer Knaur, München 2011
Unterhaltsamer Überblick über das Wechselspiel von Psyche und Körper