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Urmenschen: Früher Globetrotter



Der 1997 in Äthiopien gefundene Hominidenschädel könnte ein Bindeglied zwischen zwei bisher als getrennt angesehenen Arten von Frühmenschen darstellen: dem afrikanischen Homo ergaster und dem asiatischen Homo erectus. Ein äthiopisch-amerikanisches Forscherteam hat das eine Million Jahre alte Fossil nun vermessen und die Daten mit bekannten Hominidenfunden weltweit verglichen. Dabei zeigten sich sowohl Übereinstimmungen mit älteren afrikanischen Schädeln, die bislang zu Homo ergaster gerechnet wurden, als auch mit jüngeren asiatischen Schädeln von Homo erectus. Die Anthropologen stellen daher in Frage, ob Homo ergaster überhaupt als eigene Art anzusehen ist. Vielmehr vermuten sie, dass es sich nur um eine frühe Form des Homo erectus handelt, der vor knapp zwei Millionen Jahren von Afrika aus als einheitliche Spezies die gesamte Alte Welt besiedelte und erst durch die Eiszeiten, die vor ungefähr 950000 Jahren einsetzten, in geografische Typen aufgefächert wurde. So könnte aus dem in Afrika verbliebenen Homo erectus schließlich der moderne Mensch, Homo sapiens, hervorgegangen sein, während sich der europäische Zweig zum Neandertaler entwickelte und die nach Asien ausgewanderten Frühmenschen einfach von der Bildfläche verschwanden. (Nature, Bd. 416, S. 317)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002, Seite 52
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002

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