Direkt zum Inhalt

Alzheimerdemenz: Früherkennung per Hirnscan

Bislang können Mediziner eine Alzheimerdemenz erst nach dem Tod des Patienten sicher diagnostizieren. Nun haben Forscher um Stefan Klöppel von der Freiburger Universitätsklinik ein lernfähiges Computerprogramm entwickelt, mit dem sich die Erkrankung vollautomatisch erkennen lässt - anhand tomografischer Aufnahmen des Gehirns.
Folgenschweres  NeuronensterbenLaden...
Es beginnt meist harmlos: Wie war noch mal die Telefonnummer? Auch manche ­Namen sind einfach nicht mehr präsent. Ereignisse, die erst vor wenigen Tagen passierten, verschwinden nach und nach aus der Erinnerung. Oft ist es dieser schleichende Verlust, der einen Betroffenen und seine Angehörigen in unsere Gedächtnissprechstunde der Freiburger Uniklinik führt. Sind die kleinen Erinnerungslücken bereits erste Warnzeichen für eine Alzheimerdemenz?
Um den Verdacht zu überprüfen, führen wir einige Tests durch. Dabei soll sich der Patient zum Beispiel eine Reihe von Wörtern merken oder auf einem Zifferblatt eine bestimmte ­Uhrzeit einzeichnen. Diese Untersuchungen helfen bei der Diagnostik, allerdings muss ein schlechtes Testergebnis nicht zwangsläufig auf einer Demenz beruhen. Es kann zum Beispiel auch eine Depression oder eine andere Funk­tionsstörung des Gehirns vorliegen.
Menschen, die bislang mit einem besonders guten Gedächtnis gesegnet waren, können andererseits auf Grund ihrer durchschnittlichen Testergebnisse fälschlicherweise für gesund erklärt werden – obwohl bereits krankhafte Ver­änderungen im Gehirn begonnen haben ...

Kennen Sie schon …

Alzheimer - Suche nach den Wurzeln

Spektrum Kompakt – Alzheimer - Suche nach den Wurzeln

Welche Faktoren tragen zur Entstehung von Alzheimer bei – und wie kann man die Demenz möglichst früh erkennen?

18/2020

Spektrum - Die Woche – 18/2020

In dieser Ausgabe: Führt die Coronavirus-Pandemie zu mehr Toten als üblich? Welche Verbindung gibt es zwischen der Menopause und Alzheimer? Und was hat es mit der Salamanderpest auf sich?

Dossier 4/2019

Gehirn&Geist – Dossier 4/2019: Die Eroberung des Gehirns

Die Eroberung des Gehirns: Wegweisende Methoden – neue Einsichten: Organoide: Minihirne aus dem Baukasten • Hirnscans: Was die bunten Bilder aussagen • Neuronale Netze: Dem Schaltplan auf der Spur

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Hampel, H. et al.: Core Candidate Neurochemical and Imaging Biomarkers of Alzheimer's disease. In: Alzheimer's & Dementia 4(1), S. 38-48, 2008.

Iliffe, S. et al.: Primary Care and Dementia: 1. Diagnosis, Screening and Disclosure. In: International Journal of Geriatric Psychiatry 24(9), S. 895-901, 2009.

Klöppel, S. et al.: Automatic Classification of MR Scans in Alzheimer's Disease. In: Brain 131(3), S. 681-689, 2008.

Klöppel, S. et al.: Accuracy of Dementia Diagnosia - a Direct Comparison between Radiologists and a Computerized Method. In: Brain 131(11), S. 2969-2974, 2008.

Teipel, S. J. et al.: Multivariate Deformation-Based Analysis of Brain Atrophy to Predict Alzheimer's Disease in Mild Cognitive Impairment. In: NeuroImage 38(1), S. 13-24, 2007.