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Reduktionismus: Nur ein Haufen Neurone?

Kein Gott, keine unsterbliche Seele und auch kein über den Dingen schwebender Geist – allein unser Gehirn produziert Bewusstsein. Dieser Anspruch mancher neurobiologischer Reduktionisten erregt viele Gemüter. Ein Beruhigungsversuch
Auf den Trichter kommen

So ein Regenbogen ist schon herrlich anzuschauen. Bunt schillernd spannt er sich weit über den Horizont, als könnte man darauf spazieren gehen. Doch wie wir alle einmal in der Schule gelernt haben, geht das faszinierende Phänomen darauf zurück, dass die Sonnenstrahlen von feinsten Regentröpfchen in ihre Spektral-bestandteile aufgespalten werden. Pure Physik also.

Das tun Forscher ständig: Sie übersetzen facettenreiche Erscheinungen in Theorien, die mit möglichst wenigen Grundbegriffen auskommen und dennoch die beobachtbaren Daten erklären können. Auf den menschlichen Geist angewandt, weckt dieses Vorgehen allerdings häufig ein ­giftiges kleines Gespenst. Sein Flattergewand ­besteht aus Sätzen der Form "x ist nichts anderes als y", weshalb der Philosoph Donald Davidson ihm den Spitznamen "Nichts-anderes-als-­Reflex" gab.

Die Seele ist "nichts anderes als" das Produkt neuronaler Aktivität, Liebe "nichts anderes als" eine Abfolge neurophysiologischer Reaktionen und das Selbst "nichts anderes als" ein Trugbild. Dieses Gespenst beschwören regelmäßig sowohl Forscher wie auch Popularisierer von Wissenschaft – mit zugespitzten Formulierungen und der Verheißung, die Erkenntnisse der Neurowissenschaft würden das abendländische Weltbild revolutionieren. Auf der anderen Seite weisen empörte Kritiker dies als Anmaßung zurück. Die Wissenschaft könne den Menschen niemals auf das bloße Feuern von Neuronen reduzieren. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Wort – "Reduktionismus"? ...

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Gehirn&Geist – Faszination Gehirn: 38 Infografiken über unser Denken, Fühlen und Handeln

Weil Sprache allein nicht immer das beste Kommunikationsmittel ist, werden seit 2013 ausgewählte Inhalte auf eine andere Art präsentiert: in Infografiken. Denn manches lässt sich in Bildern so viel einfacher darstellen als mit Worten. In dieser 2. Auflage der Spezialausgabe von »Gehirn&Geist« präsentieren wir ein »Best-of« unserer Infografiken zu Psychologie, Hirnforschung und Medizin. Wie funktioniert unser Orientierungssinn? Was haben Darmbakterien mit der Psyche zu tun? Was macht eine angenehme Unterhaltung aus? Wie wirkt Alkohol im Gehirn? Und warum lassen wir uns im Supermarkt so leicht zu Spontankäufen animieren? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Sie in dieser 2. Auflage der Spezialausgabe von »Gehirn&Geist«. Jede der 38 Grafiken im Heft widmet sich einem eigenen Thema.

Spektrum Dossier – Faszination Gedächtnis

Unser Gedächtnis sortiert, löscht und verändert sich fortlaufend. »Das Spektrum Dossier: Faszination Gedächtnis« beleuchtet, warum Vergessen notwendig ist, wie Erinnerungen entstehen und welche Einflüsse unser Gedächtnis im Alltag und im Alter stärken und beeinflussen.

Spektrum Kompakt – Konzentration und Aufmerksamkeit

Unsere heutige Welt ist geprägt von ständigen Reizen und Informationsflut. Wie gelingt es uns, trotzdem unsere Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und konzentriert zu bleiben? Was lernen wir daraus fürs Lernen? Brauchen wir Regeln für Social Media und Co?

  • Literaturtipps

Metzinger, T.: Der Ego-Tunnel. Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik. Piper, München 2014 Eine Theorie des Selbst auf neurowissenschaftlicher Basis

Wandschneider, D.: Reduk­tionismus in der Hirnforschung – das »Ego-Tunnel«-Verdikt. In: Grießer, W. (Hg.): Reduktionismen – und Antworten der Philosophie. Könighausen & Neumann, Würzburg 2012, S. 69 – 85 Der Aachener Philosoph Dieter Wandschneider setzt sich kritisch mit Metzingers Modell des Selbst und dem neurowissenschaftlichen Reduktionismus auseinander.

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