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Essay: Zukunft des Lebens: Gaias böse Schwester

Die Erde gleicht nicht der mythischen Gaia, der behütenden Mutter allen Lebens, sondern vielmehr der mörderischen Medea.
Erde
Die beiden Viking-Raumsonden, die den zahlreichen Möglichkeiten des Scheiterns zum Trotz 1976 nach fast einjähriger Reise heil auf dem Mars landeten, hatten vor allem eine Aufgabe: Anzeichen für Leben zu finden. Die Daten, die sie zur Erde funkten, waren daraufhin für fast alle Beteiligten eine herbe Enttäuschung. Die Oberfläche des Mars erwies sich als äußerst rau und unwirtlich, es gab keinerlei Anzeichen für organisches Leben.

Für zwei NASA-Wissenschaftler jedoch, den Atmosphärenforscher James Lovelock und seine Fachkollegin Dian Hitchcock, war das keine wirkliche Überraschung. Bereits ein Jahrzehnt zuvor hatten sie aus Beobachtungen der Marsatmosphäre den Schluss gezogen, dass es auf dem Planeten kein Leben geben könne. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten entwickelten sie eine der einflussreichsten und bahnbrechendsten wissenschaftlichen Theorien des 20. Jahrhunderts: die Gaia-Hypothese – benannt nach Gaia, der griechischen Göttin der Erde, die als Nährmutter allen Lebens gilt.

Neue wissenschaftliche Befunde deuten nun darauf hin, dass das Leben auf der Erde von völlig anderer Art ist, als dem romantischen Bild von Gaia entspricht. Wenn man eine mythologische Mutterfigur für die Biosphäre suchen wollte, wäre die treffendere Wahl Medea, die Gattin des Argonauten Jason. Sie war eine Zauberin und Prinzessin – und sie tötete ihre eigenen Kinder…
November 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft November 2009

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