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Psychologie: Ganz oder gar nicht

Die Gestaltpsychologie gilt als das Werk eines Forschertrios, das ab 1910 in Frankfurt und später in Berlin zusammenarbeitete: Max Wertheimer, Kurt Koffka und Wolfgang Köhler. Doch waren sie beileibe nicht die einzigen, die Wahrnehmung und Denken als ganzheitliche Prozesse verstanden.
Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Die amerikanische Dichterin Ger­trude Stein, die diesen Ausspruch prägte, hatte mit Gestalttheorie wenig zu tun. Dennoch brachte sie in ihrem berühmtesten Vers (aus dem Gedicht »Sacred Emily« von 1913) ein Erstaunen zum Ausdruck, das auch manche Psychologen jener Zeit überkam. Denn die vier Buchstaben R, o, s, e ergeben in unserem Kopf nicht einfach ein Wort; sie evozieren das Bild der Blüte, ihren Duft, ihre Symbolkraft – alles Eigenschaften, die mit den Lettern selbst gar nichts zu tun haben. Kurz: Sie erschaffen eine Gestalt. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – so lautet der Leitsatz der Gestaltpsychologie ...
Juli/August 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Juli/August 2007

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  • Infos
Literaturtipps:

Graumann, C.-F.: Psychologie im Nationalsozialismus. Berlin/New York: Springer 1983.

Köhler, W.: Die Aufgabe der Gestaltpsychologie. Berlin: de Gruyter 1971.

Lück, H.E., Miller, R. (Hg.): Illustrierte Geschichte der Psychologie. Weinheim: Beltz 2005.