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Plastizität

Im Baby-Modus

Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich das Leben schlagartig: schlaflose Nächte, Nachmittage im Pyjama und kaum Verschnaufpausen. Dass Eltern damit zurechtkommen, verdanken sie so mancher Umbaumaßnahme in ihrem Gehirn.
Eine Mutter hält ihr Baby in den Armen.

Wenige Wochen nach der Geburt meines ersten Sohnes erwischte ich mich dabei, wie ich an der Supermarktkasse ein Stück Butter in den Schlaf schaukelte. In sanften Bewegungen schob ich den Einkaufswagen vor und zurück, bis ich irgendwann beschämt innehielt – in der Hoffnung, von niemandem beobachtet worden zu sein.

Mein Sohn gehörte zu den Kindern, die bei jeder Gelegenheit aus dem Schlaf hochschrecken, etwa, wenn der Kinderwagen plötzlich stehen bleibt. Deshalb hatte ich es mir angewöhnt, ihn ständig vor und zurück zu schieben, an jeder roten Ampel oder eben beim Warten an der Kasse. Diese Bewegung war mir quasi in Fleisch und Blut übergegangen. Die meisten Eltern befinden sich in den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt in einer Art Baby-Modus: Der Tagesablauf richtet sich nach dem Säugling, die Gedanken kreisen um ihn, und Mama und Papa tun alles, um ihn satt und glücklich zu machen.

Dabei kennen Neugeborene noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus, wollen alle zwei bis drei Stunden trinken und akzeptieren keinerlei Aufschub. Ihre schrillen Schreie lassen selbst die erschöpftesten Eltern aus dem Tiefschlaf aufschrecken.

Aus wundersamen Gründen macht es vielen Eltern jedoch gar nicht so viel aus, nachts aufzustehen, Brust oder Flasche zu reichen und Windeln zu wechseln. Spätestens am nächsten Morgen, beim Anblick ihres friedlich schlafenden Kindes, sind die Strapazen der Nacht schon wieder vergessen. Wie ist das möglich? …

6/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 6/2017

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  • Quellen

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