Direkt zum Inhalt

Gedächtnis: Ein Netz von Erinnerungen

Bereits vor mehr als 100 Jahren vermuteten Forscher, dass jedes neue Erlebnis eine physische Gedächtnisspur im Gehirn hinterlässt. Doch erst jetzt fanden sie heraus, wie Neurone Erinnerungen zu einem Gesamtbild verknüpfen.
Ein Netz von Erinnerungen

Manche Menschen haben ein phäno­menales Gedächtnis: Sie erinnern sich etwa an ein bestimmtes Gesicht, an einen einzelnen Vogel oder an die Details einer Landschaft, die sie vor Jahren einmal gesehen haben. Isolierte Erinnerungen sind im Alltag aber nicht besonders nützlich – wir müssen sie stets in den richtigen Kontext setzen. So reicht es beispielsweise nicht allein zu wissen, wie ein Löwe oder eine Schlange aussieht. Wir müssen zudem berücksichtigen, dass wir ihnen in der afrikanischen Savanne besser aus dem Weg gehen sollten, während wir uns im Zoo in aller Ruhe ihre Machtkämpfe ansehen können.

Auch den weniger exotischen Gefahren des Alltags können wir nur entgehen, wenn wir Erinnerungen dauerhaft verknüpfen können. Wollen wir zum Beispiel beurteilen, ob es sinnvoll ist, eine Eigentumswohnung zu kaufen, müssen wir uns daran erinnern können, wie viel Geld wir zur Verfügung haben. Daher speichert das Gehirn die Gedächtnisinhalte nie getrennt ab; es fasst sie stets zu einem zusammenhängenden Bild zusammen ...

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – Trisomie 21 – Automatisch Alzheimer

Nahezu jeder Mensch mit Trisomie 21 erkrankt an Alzheimer. Die fatale Verbindung liefert Hinweise auf die Entstehung des altersbedingten Hirnabbaus. Außerdem in dieser Ausgabe von »Spektrum – Die Woche«: was den Reservebetrieb von Atomkraftwerken kompliziert macht.

Spektrum - Die Woche – Das große Schmelzen

Die Alpengletscher sind extrem geschrumpft, die Schule fängt zu früh an, und ein neues Rezept soll für perfekte Seifenblasen sorgen. Was man aus Wissenschaft und Forschung nicht verpasst haben sollte, lesen Sie ab sofort in »Spektrum – Die Woche«.

Spektrum - Die Woche – Wie Erwachsene am besten Fremdsprachen lernen

Ein Lehrbuch und ein Vokabelheft: So war Fremdsprachenunterricht gestern. Heute gibt es Apps und Immersion-Camps. Was funktioniert am besten? Und wie viel Grammatik braucht man wirklich? Außerdem in dieser Ausgabe von »Spektrum – Die Woche«: Friert heißes Wasser schneller als kaltes?

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Cai, D. J. et al.: A Shared Neural Ensemble Links Distinct Contextual Memories Encoded Close in Time. In: Nature 534, S. 115-118, 2016

Josselyn, S. A. et al.: Finding the Engram. In: Nature Reviews Neuroscience 16, S. 521-534, 2015

Lee, D. et al.: Hippocampal Place Fields Emerge upon Single-Cell Manipulation of Excitability during Behavior. In: Science 17, S. 849-853, 2012

Rashid, A. J. et al.: Competition between Engrams Influences Fear Memory Formation and Recall. In: Science 353, S. 383-387, 2016

Rogerson, T. et al.: Synaptic Tagging during Memory Allocation. In: Nature Reviews Neuroscience 15, S. 157-169, 2014

Schlichting, M. L., Preston, A. R.: Memory Integration: Neural Mechanisms and Implications for Behavior. In: Current Opinion in Behavioral Sciences 1, S. 1-8, 2015