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Chemie: Gefährliche Gifte riechen bunt



Die von giftigen Gasen ausgehende Gefahr bleibt oft unbemerkt, weil sich diese Stoffe gewöhnlich nur schwer nachweisen lassen. Einen schnellen Weg, schädliche Dämpfe zu entdecken, haben nun Kenneth Suslick und Neal Rakow von der Universität von Illinois in Urbana-Champaign entwickelt. Sie konstruierten eine künstliche Nase, die 10- bis 100-mal empfindlicher auf Gerüche reagiert als das menschliche Organ: Während dieses einen Stoff erst ab einer Konzentration von einigen wenigen Teilchen in einer Million wahrnehmen kann, spricht das neue Verfahren schon bei einem Mengenverhältnis von einem Teilchen auf eine Milliarde an. Die Basis für den Nachweis bilden Substanzen, die eng mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin verwandt sind und aus ringförmigen Molekülen mit einem Metallatom im Zentrum bestehen. Bei Kontakt mit den gasförmigen Giftstoffen ändern sie ihre Farbe. Ist ein ganzes Sortiment davon als Punktraster auf einer festen Unterlage wie Papier, Glas oder Kunststoff aufgereiht, entsteht ein charakteristisches Farbenmuster, anhand dessen sich der Giftstoff eindeutig lässt. Im Gegensatz zu älteren Systemen, die in Gegenwart von Feuchtigkeit versagten, kann Wasserdampf dem neuen Sensor nichts anhaben. Die hochempfindliche Nase könnte unter anderem zur Kontrolle von Lebensmitteln oder zur Entdeckung von Luftschadstoffen dienen. (Nature, Bd. 406, S. 710)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 10 / 2000, Seite 27
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
10 / 2000

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 10 / 2000

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