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PALÄONTOLOGIE: Gefiederte Echsen und Urvögel aus China



Die Abstammung der Vögel ist bis heute umstritten. Nun liefern zwei neue Fundstücke aus China weitere Hinweise darauf, dass sie sich aus Dinosauriern entwickelten. Xing Xu vom Institut für Paläontologie und Paläanthropologie der Wirbeltiere in Peking stellte das 124 Millionen Jahre alte Fossil eines Tiers von der Größe einer Krähe vor, dessen Krallen wie bei baumbewohnenden Vögeln, die auf Ästen sitzen, gebogen waren. Microraptor zhaoianus, so sein Name, ist der kleinste bisher bekannte Vertreter der Theropoden, der auf zwei Beinen laufenden Saurier, die vor 230 bis 64 Millionen Jahren lebten. Mit seinem langen Schwanz und als Federn gedeuteten Strukturen könnte er die Lücke zwischen ihnen und den Vögeln weiter einengen. Neue Erkenntnisse über die Entstehung der Federn lieferte der Fund von Protopteryx fengningensis. Er lebte in der frühen Kreidezeit und gehörte den damals weit verbreiteten Enantiornithinen an – einer Vogellinie, die inzwischen ausgestorben ist. Laut Fucheng Zhang und Zhonghe Zou, die das Fossil entdeckten, soll der starengroße Vogel seine Federn in erster Linie zur Isolierung, aber auch für Flugversuche genutzt haben. Die beiden Forscher kommen zu dem Schluss, dass sich die Vogelfeder vor 100 Millionen Jahren in vier Evolutionsschritten aus der Dinosaurier-Schuppe entwickelte, indem sich erst die Schuppe verlängert und dann ein Mittelschaft gebildet hat. Anschließend entstanden Seitentriebe. Die Entwicklung vieler kleiner Triebe bildete den Abschluss zur Vogelfeder. (Nature, Bd. 408, S. 705, Science, Bd. 290, S. 1955)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001, Seite 29
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001

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