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Astronomie: Gefrorener Ozean unter Marsoberfläche



Der Rote Planet ist staubig und trocken – kein günstiger Ort für Leben. Verschiedene Hinweise (wie canyon-artige Strukturen) lassen aber vermuten, dass es dort einmal Wasser gab. Wohin ist es verschwunden? Daten der Sonde Mars Odyssey 2001 scheinen das Rätsel nun gelöst zu haben. Danach erstreckt sich eine riesige Eisschicht, vermengt mit Staub und Felsbrocken, unter der Marsoberfläche zwischen den Polen und Breiten um 60 Grad. Geschmolzen würde sie den Planeten mit einem rund 500 Meter tiefen Ozean bedecken. Das zeigen Daten der Gamma- und Neutronen-Spektrometer an Bord der Marssonde. Alle Atome der obersten Marsschicht werden aus dem All unablässig mit kosmischen Teilchen beschossen und senden darauf-hin Gammastrahlen und Neutronen aus. Deren Intensitäts- und Energiespektren geben Aufschluss über die Konzentration und Tiefenverteilung chemischer Elemente. Eine geringe Intensität an "epithermischen" Neutronen zeigt dabei Wasserstoff in Tiefen ab etwa einem halben Meter an. Die Entdeckung von Wasser gibt neuen Marsexpeditionen Auftrieb; denn seine Existenz auf dem Mars erhöht die Wahrscheinlichkeit, Lebensspuren zu finden, und macht bemannte Landungen erst möglich. (Sciencexpress, 30. 5. 2002, 1073722)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002, Seite 76
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
7 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002

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