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Urteilen: Gegen jede Logik

Der Mensch – Meister des logischen Denkens? Im Gegenteil! Psychologen zeigen, wie Vorwissen und irrige Annahmen rationale Urteile verhindern.
Da traf Sie wirklich keine Schuld: Die alte Dame war Ihnen so plötzlich vors Auto gelaufen, dass Sie nicht mehr bremsen konnten. Jetzt stehen Sie vor Gericht. »Fahrlässige Tötung« lautet die Anklage. Der Richter wird anhand von Indizien entscheiden – Bremsweg, Zeugenaussagen, gerichtsmedizinische Untersuchungen. Sie können nur hoffen, dass er zum richtigen Schluss kommt: Nicht Sie haben den Unfall verursacht, es war das Opfer! Wenn Sie wüssten, wie vielen Einflüssen unser logisches Denken unterliegt, müsste Ihnen allerdings angst und bange werden. Ein Richter wird zwar mehr noch als die meisten anderen Menschen darum bemüht sein, sein Urteil auf logische Beweisführung zu gründen. Schließlich darf er sich nur auf die vorgelegten Beweise stützen und sich nicht von dem beeinflussen lassen, was ihm sonst noch in den Sinn kommt. Doch vor unbewussten Assoziationen ist auch er nicht gefeit ...
November 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist November 2007

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Literaturtipps

Anderson, J. R.: Kognitive Psychologie. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag 2001.

Golovich, T., Griffin, D., Kahnemann, D.: Heuristics and Biases. The Psychology of Intuitive Judgment. Cambridge: Cambridge University Press 2002.

Kuhn, D.: Education for Thinking. Boston: Harvard University Press 2005.

Müsseler, J., Prinz, W. (Hg.): Allgemeine Psychologie. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag 2002.

Wason, P. C.: Reasoning. In: Foss, B. M. (Hg.): New Horizons in Psychology. Harmondsworth: Penguin 1966, S. 135-151.