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Türken in Deutschland: Gekommen, um zu bleiben

In den 1960er Jahren kamen über eine Million Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland – und blieben zeitlebens Fremde. Heute kämpfen ihre Kinder und Kindeskinder um einen Platz in der deutschen Gesellschaft.
Abubekir Saydam ist 16 Jahre alt, als er im Oktober 1962 das deutsch-türkische Verbindungsbüro in Istanbul betritt. Zuerst heißt es: ausziehen, nackt in einer Reihe mit anderen, wildfremden Männern aufstellen, Mund auf, Arme und Beine auseinander. Ein deutscher Arzt, von dessen Worten der junge Kurde kein einziges versteht, schreitet die Reihe ab und inspiziert sämtliche Körperöffnungen. Erst nach der, wie Saydam sich er­innert, »menschenunwürdigen« Fleischbeschau, die offiziell »seuchenhygienische Untersuchung« heißt, ist der Weg frei – sein Weg als Gastarbeiter ins Schwäbische, in eine ungewisse Zukunft.
Möglich gemacht hat dies die Politik: das deutsch-türkische Anwerbeabkommen vom 31. Oktober 1961. Deutschland im Taumel des Wirtschaftswunders brauchte dringend Arbeitskräfte. Die Türkei hatte zu viele davon, kämpfte gegen Landflucht, Inflation und Massenarmut. Die zwischenstaatliche Leiharbeiterschaft sollte diese ökonomischen Nöte zum beiderseitigen Nutzen beheben. Niemand rechnete mit ihren Folgen: Sie veränderte Deutschland dauerhaft.
05/08

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 05/08

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