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Medizin: Gentherapie



Jedes Jahr erkranken schätzungsweise 15000 Deutsche an der Parkinson’schen Krankheit. Verursacht wird sie durch das allmähliche Absterben jener Gehirnzellen, welche den hemmenden Botenstoff Dopamin produzieren. Ohne diesen Gegenspieler kann der erregende Neurotransmitter Glu-tamat die Nerven bestimmter Gehirnregionen dann unablässig stimulieren, was zum typischen Erscheinungsbild der Schüttellähmung führt.

Die bisherige Behandlung besteht darin, das Gehirn künstlich mit dem fehlenden Dopamin zu versorgen, was allerdings nur begrenzte Zeit hilft. Deshalb hatte ein Forscherteam um Matthew During von der Universität Auckland nun die originelle Idee, stattdessen das erregende Glutamat mit Hilfe des Enzyms Glutaminsäure-Decarboxylase in die beruhigende Substanz Gamma-Aminobuttersäure (GABA) umzuwandeln. Dazu muss allerdings das Gen für dieses Enzym in die betroffenen Hirnzellen eingeschleust und aktiviert werden. Die Wissenschaftler koppelten es daher an ein Adenovirus und infizierten damit Ratten, die an Parkinson-Symptomen litten. Die Ergebnisse klingen ermutigend: Schon nach wenigen Monaten waren bei fast siebzig Prozent der Versuchstiere die Symptome deutlich abgeklungen. Erste Tests an schwer kranken Patienten sollen schon bald folgen. (Science, 11. 10. 2002, S. 425)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 12 / 2002, Seite 45
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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