Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Aversionstherapie: Schockierende Sexualität

Ab den 1950er Jahren versuchten einige Mediziner und Psychologen, Homosexualität mit Brechmitteln oder Elektroschocks zu »heilen«. Die so genannte Aversionstherapie findet in manchen Teilen der Welt heute noch Anhänger.
Homosexuelles Pärchen

Nachdem alle Geräte eingeschaltet und vom Psychiater im Nebenraum kalibriert sind, beginnt die Sitzung. Ein Projektor wirft Bilder an die Wand. Erst Wolken, dann halb nackte Frauen. Als der erste Mann in Badehose erscheint, spürt der Patient plötzlich, wie er über die Elektrode ­einen Stromschlag erhält. Er zuckt vor Schmerz zusammen, der Polygraf notiert kratzend die Änderungen im Erektionsverhalten. Die Ärzte sagten ihm zuvor, mit dieser neuen Therapie könne er seine Homosexualität loswerden. Der Mann schließt die Augen. Er fragt sich, ob es eine gute Idee war, sich darauf einzulassen ...

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – Quantencomputer – Von wegen überlegen!

Spektrum Kompakt – Im Takt - Innere Uhr und Gesundheit

In unserem Körper ticken diverse Uhren. Ihre bekannteste Auswirkung dürfte die auf unseren persönlichen Schlafrhythmus sein. Aber immer mehr Studien zeigen, dass sie auch einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg von Therapien haben.

Spektrum Kompakt – Signale des Körpers

Wir kommunizieren auch ohne Worte - mit Blicken, Gesten, dem Klang unserer Stimme. Dabei verrät die Körpersprache manchmal mehr, als uns vielleicht lieb ist. Das weckt auch Interesse, solche Signale automatisch auszuwerten.

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Amoroso, D., Brown, M.: Problems in studying the effects of erotic material. Journal of Sex Research 9, 1973

Davison, K.: Cold war Pavlov – homosexual aversion therapy in the 1960s. History of the Human Sciences 33, 2020

Dickinson, T. et al.: »Queer« treatments: Giving a voice to former patients who received treatments for their »sexual deviations«. Journal of Clinical Nursing 21, 2012

King, M. et al.: Treatments of homosexuality in Britain since the 1950s – an oral history: The experience of patients. Bristish Medical Journal 328, 2004

Lazarus, A. A.: New methods in psychotherapy – – a case study. African Medical Journal 32, 1958