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Geistesblitze: Geschwistereinerlei

Ob man zuerst geboren wurde, in der Mitte zwischen zwei Geschwistern stand oder als Nesthäkchen aufgewachsen ist: Das hat kaum Einfluss auf die Persönlichkeit eines Erwachsenen, wie Psychologen der Universitäten Leipzig und Mainz berichten. Die Forscher hatten die Daten von mehr als 20 000 Deutschen, Briten und US-Amerikanern daraufhin analysiert, ob sich die Geburtsfolge auf bestimmte Charaktereigenschaften auswirkt. Sie verglichen die Persönlichkeit von Kindern aus derselben Familie miteinander wie auch die von Menschen mit gleicher Geschwisterposition aus unterschiedlichen Familien. Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen der Geschwisterkonstellation und den Persönlich­keitsmerkmalen Extraversion, emotionale Stabilität, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Fantasie, einem Aspekt der Offenheit für neue Erfahrungen.

Erstgeborene halten sich aber selbst für etwas klüger, und tatsächlich sinkt die Intelligenz vom Erst- bis zum Letztgeborenen im Schnitt leicht ab. Vergleicht man aber zwei beliebige Geschwister miteinander, hätte in über 40 Prozent der Fälle der oder die Jüngere den höheren IQ, erläutert Stefan Schmukle von der Universität Leipzig. Zudem seien die Effekte so klein, dass sie für den Lebensweg kaum Bedeutung hätten. (dz)

Proc. Natl. Acad. Sci. USA 10.1073/pnas.1506451112, 2015

1/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2016

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