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Lebensmittel: Gesund essen, ohne die Umwelt zu zerstören

Das weltweite Bevölkerungswachstum erfordert eine Ernährungsumstellung: Auf den Speisezettel müssen weniger tierische Produkte, sonst droht ein ökologischer Kollaps. Doch Menschen in einkommensschwachen Regionen können sich das oft nicht leisten.
Vielfältige Nahrungsmittel

An der Küste bei Kilifi, nördlich von Mombasa in Kenia, gibt es viele Fischerdörfer. In den Gewässern tummeln sich Papageienfische, Oktopoden und andere essbare Meereslebewesen. Trotz dieses natürlichen Reichtums verzehren die Kinder, die dort leben, kaum Fisch. Sie ernähren sich fast nur von Ugali, einem Getreidebrei aus Maismehl und anderen pflanzlichen Produkten. Beinahe die Hälfte von ihnen leidet unter Wachstumsstörungen – ein doppelt so hoher Anteil wie im Rest des Landes.

Warum bekommen die Kinder keine marinen Erzeugnisse zu essen, obwohl ihre Eltern beruflich Fischfang betreiben? Lora Iannotti, Expertin für öffentliche Gesundheit an der Washington University, tat sich mit einem kenianischen Team zusammen, um die Dorfbewohner das zu fragen. Immerhin könnte der Verzehr von Meerestieren die kindlichen Wachstumsstörungen verhindern. Die Antwort der Eltern war so logisch wie erschreckend: Es sei für sie aus finanziellen Gründen sinnvoller, den Fang zu verkaufen.

Iannotti und ihre Forschungsgruppe nahmen das zum Anlass, ein Experiment durchzuführen. Sie geben den Fischern modifizierte Reusen mit kleinen Öffnungen, durch die Jungfische entkommen. Dies soll den Nachwuchs der überfischten Bestände schützen, eine Erholung der Populationen ermöglichen und so letztlich das Einkommen der Fischerfamilien erhöhen. Mitarbeiter des Gesundheitswesens ermutigen die Eltern jedes zweiten Haushalts, ihren Kindern mehr Fischgerichte zuzubereiten – bevorzugt unter Nutzung reichlich vorhandener und schnell wachsender lokaler Arten wie dem Weißpunkt-Kaninchenfisch (Siganus canaliculatus). Die Forscherinnen und Forscher möchten herausfinden, ob Heranwachsende aus so betreuten Familien besser ernährt sind und größer werden …

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  • Quellen

Clark, M. et al.: Global food system emissions could preclude achieving the 1.5° and 2°C climate change targets. Science 370, 2020

GBD 2017 Diet Collaborators: Health effects of dietary risks in 195 countries, 1990–2017: A systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017. Lancet 393, 2019

Hirvonen, K. et al.: Affordability of the EAT–Lancet reference diet: a global analysis. Lancet Global Health 8, 2020

Springmann, M. et al.: Health and nutritional aspects of sustainable diet strategies and their association with environmental impacts: A global modelling analysis with country-level detail. Lancet Planet Health 2, 2018

Steffen, W. et al.: Sustainability. Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet. Science 347, 2015

Tilman, D., Clark, M.: Global diets link environmental sustainability and human health. Nature 515, 2014

Willett, W. et al.: Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems. Lancet 393, 2019