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Motivation: Schlaue Selbstkontrolle

Mal lockt Schokolade, mal die Couch … Doch manche Menschen widerstehen offenbar jeder Versuchung – und sind dabei auch noch bester Laune! Wie machen sie das nur?
Frau schaut auf SchokoladeLaden...

Pling! Das Smartphone meldet eine Whats-App-Nachricht. Am liebsten würden Sie gleich nachsehen, wer Ihnen da geschrieben hat. Doch Sie sitzen mit einer Freundin im Café, und sie erzählt gerade von ihren Problemen im Job. Es wäre schon sehr unhöflich, jetzt das Gespräch zu unterbrechen. Lieber essen Sie noch ein zweites Stück Kuchen. Sie wollen zwar abnehmen, aber er schmeckt so köstlich ...

Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es manche Menschen schaffen, immerzu konsequent zu sein. Es gelingt ihnen offenbar spielend, sich gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu treiben und ihre Projekte termingerecht fertigzustellen. Psychologen stellen sich ähnliche Fragen. Warum hat sich der eine Mensch so gut unter Kontrolle, während der andere seine guten Vorsätze bei nächster Gelegenheit über den Haufen wirft? Und macht besonders viel Selbstdisziplin überhaupt glücklich?

Selbstkontrolle, umgangssprachlich eher Selbstdisziplin oder Willenskraft genannt, bezeichnet das Vermögen, langfristige Ziele über kurzfristige Belohnungen zu stellen. Seit mehr als 50 Jahren versuchen Forscher herauszufinden, was diese Fähigkeit ausmacht und wie sie sich verbessern lässt. Denn Studien legen nahe, dass eine geringe Selbstkontrolle eher mit einer Neigung zu ungesunder Ernährungsweise, Bewegungsmangel, schlechten Schulleistungen, Drogenmissbrauch und straffälligem Verhalten einhergeht.

Berühmt wurde die Forschung zur Willenskraft vor allem durch die Marshmallow-Experimente des US-amerikanischen Persönlichkeitspsychologen Walter Mischel. In einem typischen Versuch bot der Wissenschaftler einem Kind ein Marshmallow (»Mäusespeck«) an und erklärte ihm, es könne die Süßigkeit entweder sofort verspeisen oder sich für eine Weile zurückhalten. Wenn es abwarte, bis der Versuchsleiter zurückkomme, erhalte es noch ein weiteres Stück Mäusespeck quasi als Prämie ...

3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2019

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  • Quellen

Adriaanse, M. A. et al.: Effortless Inhibition: Habit Mediates the Relation Between Self-Control and Unhealthy Snack Consumption. In: Frontiers in Psychology 5, 444, 2014

De Ridder, D., Gillebaart, M.: Lessons Learned from Trait Self-Control in Well-Being: Making the Case for Routines and Initiation as Important Components of Trait Self-Control. In: Health Psychology Review 11, S. 89–99, 2017

Dohle, S., Hofmann, W.: Consistency and Balancing in Everyday Health Behavior: An Ecological Momentary Assessment Approach. In: Applied Psychology: Health and Well-Being 10.1111/aphw.12148, 2018

Hofmann, W. et al.: Everyday Temptations: An Experience Sampling Study of Desire, Conflict, and Self-Control. In: Journal of Personality and Social Psychology 102, S. 1318–1335, 2012

Hofmann, W. et al.: Yes, but Are they Happy? Effects of Trait Self-Control on Affective Well‐Being and Life Satisfaction. In: Journal of Personality 82, S. 265–277, 2014

Wiese, C.W. et al.: Too Much of a Good Thing? Exploring the Inverted-U Relationship between Self-Control and Happiness. In: Journal of personality86, S. 380-396, 2018