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Revolte 1968: Gewaltige Zeiten

Das Jahr 1968 steht für einen weltweiten Aufbruch und die Proteste Millionen junger Menschen, die sich gegen verkrustete Gesellschaftsstrukturen wandten. Die meisten blieben dabei friedlich. Einige unter ihnen suchten das Heil jedoch in einer gewaltsamen Revolution.
Zu Ostern 1968 brennt die Bundesrepublik – und es sind keine feierlichen Osterfeuer, die da lodern. In den Straßen von München, Hamburg, Frankfurt und Berlin eskaliert die Gewalt. Am 11. April war einer der Wortführer der Studentenbewegung, der charismatische Rudi Dutschke (1940 – 1979), bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt worden. Nun werfen die Studenten Steine und Brandsätze auf Verlagshäuser des Springer-Konzerns – und auf Polizisten. Dem Verleger Axel Springer (1912 – 1985) werfen sie vor, mit seinen Massenblättern den Dutschke-Attentäter Josef Bachmann (1944 – 1970) zu seiner Tat aufgehetzt zu haben. Hunderte Verletzte und zwei Todes­opfer sind während dieser Osterunruhen zu beklagen. Es offenbarte sich eine große Gewaltbereitschaft, die in Ansätzen bereits vom späteren Abdriften ­einiger Studenten in linke Terrorgruppen wie die »Rote Armee Fraktion« (RAF) kündete.

1968 brannte es aber nicht nur in Deutschland. Das Jahr erlebte die bis dahin größte globale Protestbewegung: Bis zu drei Millionen zumeist jugendliche Demonstranten träumten weltweit den Traum von einer neuen, freieren Gesellschaft. Von Berlin bis Berkeley, von Rom bis Rio und von München bis Mexiko-Stadt ging die Jugend auf die Straße. Doch 1968 ist mehr als nur eine Jahreszahl: Es ist eine Chiffre für die jugendliche Gegenkultur, die sich während der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zur Revolte gegen alles Bestehende aufschwang.

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