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Schizophrenie

Die Stecknadel im Genhaufen

Trotz aufwändiger Studien lässt sich bislang kein einzelner Erbfaktor für Schizophrenie ausmachen. Die Forscher müssen ihre Suche entscheidend erweitern.
Einflüsterung

Im Jahr 2016 meldeten US-Forscher, sie hätten ein Gen entdeckt, das eng mit dem Risiko zusammenhänge, an Schizophrenie zu erkranken. Und wie so oft reagierte die Tagespresse mit vorschnellem Enthusiasmus. Der Medienrummel ist verständlich, gleicht doch die Ge­­schichte der Schizophrenieforschung einer langen Kette enttäuschter Erwartungen.

Die biologische Grundlage dieses besonders rätselhaften und komplexen seelischen Leidens ist seit Langem umstritten. Einigkeit besteht nur über das Ausmaß des Schadens, den es anrichtet: Berücksichtigt man sowohl den unmittelbaren Betreuungsaufwand als auch die in­direkten Verluste durch Arbeitsunfähigkeit und vorzeitigen Tod, so summieren sich etwa in den USA die sozialen Kosten auf mehr als 60 Milliarden Dollar pro Jahr. Allein dadurch käme jeder Forschungserfolg einem enormen Fortschritt gleich.

Groß angelegte genetische Studien wecken seit mehr als einem Jahrzehnt die Hoffnung auf neue Erkenntnisse und Therapien. Die wären auch dringend nötig: Die vorhandenen Psychopharmaka mildern bloß die offensichtlichsten Symptome wie Wahnvorstellungen und Halluzi­nationen. Dabei verursachen sie aber oft schwere Nebenwirkungen und helfen kaum gegen chronische Symptome wie Vereinsamung und kognitive Defizite.

Doch bisher enttäuschten all diese Studien die in sie gesetzten Erwartungen …

Juli 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2018

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  • Quellen

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Mulholland, C. et al.: Exposure to »The Troubles« in Northern Ireland Influences the Clinical Presentation of Schizophrenia. In: Schizophrenia Research 102, S. 278-282, 2008

van Os, J. et al.: The Environment and Schizophrenia. In: Nature 468, S. 203-212, 2010

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Varese, F. et al.: Childhood Adversities Increase the Risk of Psychosis: A Meta-analysis of Patient-Control, Prospective- and Cross-sectional Cohort Studies. In: Schizophrenia Bulletin 38, S. 661-671, 2012