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Altes Peru: Ebenbilder der Sonne

Um 2000 v. Chr. schmiedeten Andenbewohner das erste Gold Amerikas. Sie waren die Vorläufer einer jahrtausendelangen Kunsttradition im alten Peru. Das Edelmetall galt bei den präkolumbischen Kulturen als ­Zeichen göttlicher Macht – als Manifestation der Sonne.

Der allmächtige Stabgott (Chavín-Kultur, 800–200 v. Chr.)

Furcht erregend und grimmig erscheinen diese drei Mischwesen. Ihre Fangzähne sind gefletscht, am Kopf und den Hüften recken sich Schlangenköpfe, und mit ihren Vogelkrallen umklammern sie gekreuzte Stäbe, an deren Enden Schlangenhäupter haften. Alt­amerikanisten deuten die beiden äußeren Figuren als Wächter, die in der Mitte als Stabgott, der zu den bedeutendsten Gottheiten im Andenraum gehörte. Mit den tierischen Attributen vereint er die drei ­Bereiche der Welt. Greifvogel, Raubkatze und Schlange repräsentieren Himmel, Erde und Unterwelt. Das 44 Zentimeter lange Goldblech war einst auf eine Textilunterlage genäht, vielleicht als Teil einer Krone. Es lag im Grab eines Priesterfürsten im Tempelkomplex von Chavín de Huántar im Hochland von Peru.

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 3/2019

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