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Militärwesen: Krieger Gottes

Zur Sicherung ihrer Macht schufen schon die ersten Könige eine Berufsarmee. Genügte anfangs noch eine reine Infanterie, erforderte die weitere Expansion bereits ein Streitwagenkontingent.

Aus heutiger Sicht erscheint das Alte Testament oft verstörend blutrünstig – Gewalt und Totschlag aller Orten. Umso mehr erstaunen die spärlichen Informationen zum Kriegswesen als solchem. Schon deshalb habe seine Zunft die Militärgeschichte nach Ansicht des Mainzer Bibelforschers Wolfgang Zwickel stark vernachlässigt. Erschwerend komme hinzu, dass das Ziel von Überlieferungen jener Zeit keine exakte Schilderung historischen Geschehens war. Ob Altes Testament, assyrische Annalen oder ägyptische Siegesstele – stets galt es, Erfolge zu verherrlichen und Niederlagen als unausweichlich zu begründen, war doch der Feind über die Maßen brutal und natürlich an Zahl übermächtig gewesen. Oft ist auch von zehntausenden Soldaten die Rede, die ein Volk dem Gegner entgegengestellt hätte. Zu deren Ernährung hätte es aber ein Mehrfaches an Bauern bedurft. Zum Vergleich: Zwickel schätzt die Bevölkerungsdichte in Israel und Juda zur Zeit Davids auf lediglich 40 000 bis 50 000 Menschen.

Eine weitere Schwierigkeit entsprechender Schilderungen im Alten Testament ist dessen Schriftlegung Jahrzehnte oder Jahrhunderte nach den berichteten Ereignissen. Nicht nur konnten die Autoren damit selbst nur auf Überlieferungen zurückgreifen – sie sahen deren Gegenstand auch aus der Perspektive ihrer eigenen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen. ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

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