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Glaziologie: Grönlands Eispanzer schmilzt auch von unten ab

In Zentralgrönland entdeckten Forscher Regionen, wo die kontinentale Kruste ungewöhnlich dünn und der Wärmefluss aus dem Erdmantel entsprechend hoch ist. Dort schmilzt der Eispanzer an der Unterseite – ein Effekt, den Klimaforscher bislang kaum berücksichtigt haben.
GletscherschmelzeLaden...

Jeder kennt sie: die Bilder des ewigen Eises, das den antarktischen Kontinent und auch Grönland, die größte Insel der Welt, bedeckt. Doch wie lange wird es die mächtigen Eiskappen noch geben? Dass ihre Stabilität von der globalen Erwärmung bedroht wird, ist längst gesichert, denn die Wechselwirkung zwischen der Oberfläche der Eiskörper und der Atmosphäre wurde vielfach untersucht. Trotzdem sind wichtige Fragen unbeantwortet geblieben. Gerade die Bewegungen des Körpers und seiner einzelnen Teile sowie das Abschmelzen von Eis innerhalb und unterhalb der Kappen verstehen die Forscher bislang noch nicht besonders gut.

Der Massenverlust der Eisschilde lässt sich durch gravimetrische Messungen mit Satelliten wie GRACE (Gravity Recovery And Climate Experiment) untersuchen, einem deutsch-amerikanischen Projekt unter Beteiligung des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ). Aus Veränderungen des Schwerefelds der Erde leiten die Wissenschaftler ab, dass der Antarktis und Grönland zusammen genommen derzeit rund 300 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr verloren gehen. Tiefbohrungen, die Auskunft über die innere Struktur der Eispanzer und seine Interaktionen mit dem Untergrund geben können, gibt es indessen nur wenige.

Nun aber gelang es Wissenschaftlern des GFZ, mit vergleichsweise hoher Detailgenauigkeit die Wärmeflüsse an der Basis der Eiskörper zu modellieren. Die Studie zeigt, dass sie stark von Prozessen beeinflusst werden, deren Ursprung weit unterhalb des auf der Lithosphärenplatte aufliegenden Eispanzers liegt. ...

April 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft April 2014

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  • Quelle

Petrunin, A. G. et al: Heat flux variations beneath central Greenland’s ice due to anomalously thin lithosphere. In: Nature Geoscience 6, S. 746 - 750, 2013