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Großkopferte

Ob tätowiert, gepierct oder sonst wie manipuliert. Die Körperkunst ist so alt wie die Menschheit. Künstlich deformierte Schädel schätzten schon die Neandertaler.
Als Captain Meriwether Lewis und Lieutenant William Clark vor gut zweihundert Jahren den Columbia River in den westlichen Rocky Mountains erreichten, wurden sie mit einer höchst bizarren Tradition konfrontiert. Viel hielten die beiden Abenteurer ohnehin nicht von den eigentlichen Bewohnern Amerikas. Sie seien hässlich, klein und schmuddelig. Besondere Abscheu aber empfanden sie, als sie sahen, was die jungen Mütter mit ihren Neugeborenen anstellten. Unmittelbar nach der Geburt wurden diese nämlich auf ein Brett geschnallt, an dessen Kopfende ein weiteres gebunden war. Das Ganze sah aus wie ein Scharnier.

Mit Bändern festgezurrt, drückte dieses fest auf die Stirn des Babys – sodass, wie der amerikanische Schriftsteller Washington Irving im Jahr 1836 vermerkte, »seine kleinen schwarzen Augen herausquellen wie die einer Maus in der Falle«. Ein Jahr lang war das Kind fast permanent in dieser Apparatur gefangen – um anschließend mit einem grandiosen Flachkopf durchs Leben zu gehen.

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