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Emotionen: Gute Laune verbindet

Beim gemeinsamen Spiel stimmen Mutter und Kind nicht nur Blickbewegung, Stimmung und Lautäußerungen aufeinander ab, auch die Hirnwellen synchronisieren sich und bilden eine Art Supernetzwerk. Dass der emotionale Zustand der Eltern dabei eine entscheidende Rolle spielen könnte, haben nun Forscher um Lorena Santamaria von der University of Cambridge herausgefunden.

Sie führten hierzu eine Doppel-Elektroenzephalografie (EEG) durch und maßen gleichzeitig die Hirnwellen von Mutter und Kind, während diese miteinander interagierten. Die Frauen saßen dabei jeweils ihrem Baby gegenüber und bekamen nacheinander verschiedene Spielzeuge gereicht. Bei der Hälfte der Gegenstände sollten die 15 teilnehmenden Mütter eine positive Reaktion zeigen, wie etwa freudige Ausrufe und Lachen, auf die anderen Objekte sollten sie hingegen negativ reagieren und ein eher trauriges Gesicht machen.

Gute Gefühle, das ergab die anschließende Auswertung, sorgten dafür, dass sich die Hirnwellen von Mutter und Kind stärker miteinander synchronisierten. Aus vorherigen Forschungsarbeiten weiß man, dass Kleinkinder empfänglicher für ihre Umwelt und lernbereiter sind, wenn eine starke neuronale Synchronisation mit ihrer Bezugsperson besteht. Die Forscher vermuten, dass deshalb positive Interaktionen mit viel Augenkontakt die Hirnentwicklung in der frühen Kindheit stimulieren. Depressive Verstimmungen der Eltern, die häufig mit weniger Augenkontakt und einer eintönigen Stimmungslage einher gehen, könnten sich umgekehrt negativ auswirken.

4/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2020

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  • Quelle
NeuroImage 10.1016/j.neuroimage.2019.116341, 2020