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Körperschmuck: Hautsache Schönheit

Für die meisten Menschen sind Tattoos und Piercings nicht mehr als modische Accessoires. Bei manchen ersetzt der Körperschmuck allerdings Selbstverletzungen oder dient dazu, das Bedürfnis nach intensiven Erfahrungen zu befriedigen.
Die glühende Spitze eines Räucherstäbchens nähert sich langsam dem nackten Arm eines Mädchens. Die 15-Jährige lässt sich von einer Bekannten festhalten, während ein Freund ihr Punkt für Punkt den Umriss eines Herzens in den Arm brennt. "Man sollte denken, dass die Haut irgendwann tot ist und es nicht mehr wehtut. Aber das ist nicht mal nahe dran, wie’s sich wirklich anfühlt. Trotzdem, als es vorbei war, hätte ich’s am liebsten noch mal gewollt", beschreibt sie ihre Gefühle nach der schmerzhaften Prozedur.
Techniken wie das "Branding", bei dem man sich Ziernarben in den Körper brennen lässt, gelten als Spielarten so genannter Body-Modifications (BM). Deren verbreitetste Formen sind in die Haut gestochene Bilder (Tattoos) und Metallschmuck zum Beispiel in Ohren, Nase oder Bauchnabel (Piercings). 8,5 Prozent der Deutschen sind tätowiert und 6,8 Prozent gepierct, ergab 2006 eine repräsentative Studie von Ag­laja Stirn und Elmar Brähler ...
November 2008

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist November 2008

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Literaturtipps

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