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Erdklima: Hektische Fieberkurve



Vor 55 Millionen Jahren sorgte die Freisetzung großer Mengen Methan aus dem Meeresgrund schon einmal für einen globalen Treibhauseffekt. Das Gas wurde in der Erdatmosphäre zu Kohlendioxid umgesetzt, und dieses ließ die Temperatur sprunghaft um fünf bis sieben Grad Celsius ansteigen. Doch fast ebenso schnell kühlte sich die Erde auch wieder ab, wobei die Temperatur sogar unter den Ausgangswert fiel. Hauptverantwortlich dafür waren marine Algen und Phytoplankton, die unter den Treibhausbedingungen besser wuchsen als zuvor und so das zusätzliche Kohlendioxid verbrauchten. Den indirekten Nachweis dafür lieferte Santo Bains von der Universität Oxford, indem er den Bariumsulfat-Gehalt in Sedimentkernen vom Meeresboden untersuchte – dieser spiegelt die Wachstumsrate mariner Pflanzen im Laufe der Erdgeschichte wider. Demnach nahm während der Hitzewelle der Pflanzenwuchs rasant zu. Dass heute ein ähnlicher Rückkopplungsprozess die Erderwärmung rechtzeitig aufhalten könnte, scheint fraglich: Immerhin brauchten die Pflanzen 150000 Jahre, um die Temperatur wieder zu senken. (Nature, Bd. 407, S. 171)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 11 / 2000, Seite 30
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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