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Herausforderung Informationsgesellschaft

Auf den gravierenden Wandel der Lebensbedingungen durch den technologischen Umbruch ist die Bundesrepublik - wie ihre Partner in der Europäischen Union - nicht sonderlich gut vorbereitet, konstatieren EU-Kommissar Martin Bangemann, der Medienwissenschaftler Bernd-Peter Lange und der Politiker Siegmar Mosdorf. Gesellschaftspolitisch steuern läßt sich die eigendynamische Entwicklung nur bedingt.

Die als "Bangemann-Bericht" bekannt gewordenen Empfehlungen an den Europäischen Rat "Europa und die globale Informationsgesellschaft" vom 26. Mai 1994 bezeichneten das anbrechende Informationszeitalter als eine "neue industrielle Revolution". Was ist damit eigentlich gemeint? Was kennzeichnet die klassische Industrie-, was die neue Informationsgesellschaft und was den Übergang?

Bangemann: Um diesen Übergang zu beschreiben, muß man fragen, was er ökonomisch, politisch und für das Leben der Bürger bedeutet. Die Informationstechnologie, eine Kombination von neuen Erfassungs-, Bearbeitungs- und Übertragungsmethoden, hat zunächst einmal – wirtschaftlich betrachtet – Entwicklungen in Gang gesetzt, die Informationen wesentlich billiger und schneller zugänglich machen. Die Vernetzung der verschiedenen Informationssysteme stellt einen unerschöpflichen Vorrat an Daten zur Verfügung. Dies ist bereits ein bedeutender Fortschritt, denn alle Beteiligten bekommen Informationen schneller und sehr viel umfassender – gleich, für welchen Zweck sie diese nutzen wollen.

Des weiteren bedeutet die Informationsgesellschaft the death of distance, die Irrelevanz aller Entfernung – sowohl physisch als auch ökonomisch.

Aber das ist nicht alles. Informationstechnologien werden in den verschiedenen Produktionsprozessen eingesetzt, und dadurch verändern sich diese. Die alte Industriegesellschaft war dadurch gekennzeichnet, daß Güter mit rationelleren Methoden als im Handwerk produziert werden konnten, aber sie blieb auf den physischen Herstellungsprozeß konzentriert. Er war das ökonomische Herz der Industrie. Gerade dies ändert sich nun, weil der Einsatz von Information in der Herstellung mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und weil bereits während dieses Prozesses eine Rückkopplung in Form von Kontrolle und Korrektur durch Informationsverarbeitung stattfinden kann. Die Information wird ein Produktionsfaktor. Das gilt in noch höherem Maße für Dienstleistungen.

Und was bedeutet dies Ihrer Ansicht nach für das Leben der Bürger?

Bangemann: Die Nutzung der neuen Möglichkeiten wird das Lernen, das Arbeiten, ja das ganze Leben beeinflussen. Beim Tele-Learning beispielsweise lassen sich vorhandene Lehrmittel besser einsetzen und nutzen, unabhängig davon, wo der Schüler und wo der Lehrer ist. Entsprechendes gilt für die Arbeitswelt: Tele-Arbeit ist keine Utopie, sondern schon in vielen Bereichen Wirklichkeit.

Die neuen Technologien bringen also Änderungen im Lebensstil mit sich. Die Menschen können bei weit mehr Aktivitäten als bisher zu Hause bleiben – unter anderem mit der Folge, daß sich der Verkehr reduzieren wird. Diese Veränderungen sind mithin auch unter ökologischen Gesichtspunkten positiv.

Dennoch erweckt der schon eingeleitete Wandel weithin diffuse Befürchtungen und in einzelnen Auswirkungen spezifische Kritik.

Bangemann: Tatsächlich stellen sich viele neue Fragen und harren einer Antwort: Was bedeuten etwa die neuen Kommunikationstechnologien für das urbane Leben? Städte entstanden und wuchsen auch deswegen, weil die räumliche Nähe für das menschliche Leben und Arbeiten von Vorteil war. Was wird aus ihnen, wenn nun die räumliche Distanz irrelevant wird? Daß das Entstehen der europäischen Informationsgesellschaft – sie besteht ja zum Teil schon – von Ängsten begleitet wird ist verständlich; das ist aber wohl auch spezifisch für Europa.

Herr Mosdorf, als Vorsitzender der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft" haben Sie sich besonders mit den Folgen der neuen Medien zu beschäftigen. Durch den technologischen Umbruch gehen in der klassischen Industrie eine Menge Arbeitsplätze verloren, es entstehen aber auch neue. Prognosen wie noch vor einigen Jahren, daß es mehr als einen Ausgleich geben werde, haben sich bislang nicht erfüllt.


Mosdorf: Zunächst möchte ich der Beschreibung von Herrn Bangemann zustimmen, daß der Übergang von der klassischen Industrie- zur Informationsgesellschaft eine fundamentale Veränderung aller Lebensbereiche bewirkt. Auch früher haben neue Basistechnologien immer Innovationsprozesse ausgelöst und alte Typen von Arbeit verschwinden lassen, doch zugleich gänzlich neue geschaffen. Das alles evozieren nun die Informationstechnologien ebenfalls. Ich glaube allerdings, daß der historische Vergleich nur lehrreich ist, wenn man nicht lediglich kritische Stadien der Veränderung betrachtet. Gegenwärtig lösen Prozesse der Rationalisierung und Produktivitätssteigerung tatsächlich wieder viele klassische Arbeitsfelder auf. Ob aber am Ende per saldo ein negativer oder doch ein positiver Beschäftigungseffekt zu verzeichnen sein wird, das hängt sehr stark davon ab, wie schnell und wie agil wir auf diese Veränderungen reagieren.

Sind andere Gesellschaften in dieser Hinsicht schneller und besser als die europäischen?

Mosdorf: Meiner Einschätzung nach haben die Amerikaner inzwischen schon einen positiven Saldo. Dort sind eine ganze Reihe neuer Beschäftigungsfelder und gänzlich neue Berufe, etwa der Informationsbroker, entstanden. In der sogenannten Silicon Alley in New York gibt es Dienstleistungsjobs, die wir hier noch gar nicht kennen. Andererseits bin ich dagegen, die Menschen mit der Behauptung zu beschwichtigen, die Informationstechnik löse unsere Arbeitsmarktprobleme; das ist sicherlich nicht richtig. Bestimmt falsch liegen aber die Pessimisten. Es entstehen sehr viele neue Tätigkeitsfelder, die wir professionell nutzen müssen.

Wissen wird mehr als jemals zuvor zum Rohstoff. Diejenige Gesellschaft, die ihren Bürgern dieses Wissen auf breiter Basis und schnell verfügbar macht, wird einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben. Man muß um Wissen kämpfen und neugierig bleiben.

Das ist eine oft geäußerte Forderung. Sind wir nicht in genügendem Maße neugierig?

Mosdorf: Unsere Gesellschaft ist in den letzten Jahren ein wenig statisch geworden. Wir waren, was Innovationsfreude und Leistung betrifft, lange vorne; deshalb zeigen wir nun Ermüdungserscheinungen und ruhen uns auf Erfolgen der Vergangenheit aus, während andere Länder an uns vorbeiziehen.

Auf einen ungewöhnlichen Aspekt der Entwicklung möchte ich besonders hinweisen: Früher gingen Veränderungen immer von Eliten aus. Der Beginn der Informationsgesellschaft aber ist eine Bottom-up-Revolution, ein Wandel, den vor allem junge Leute mitgestalten und dem die Eliten in Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum Teil hinterherhinken. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verändern die gesellschaftlichen Strukturen von Grund auf. Ich finde, dies ist der eigentlich spannende Prozeß, daß die klassischen Hierarchien plötzlich in der Informationsgesellschaft eine geringere Rolle spielen als jene, die durch die neuen Kompetenzhierarchien entstehen.

Lange: Ich möchte doch einmal den Begriff Informationsgesellschaft etwas hinterfragen. Wir leben meines Erachtens nach wie vor in einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Der Anteil von Information und Kommunikation bei der Produktion der Güter und der Dienstleistungen nimmt allerdings rasant zu, und das macht die Veränderungen aus. Es ist aber falsch zu meinen, es ginge – obwohl der Begriff dies nahelegt – nur noch um Information.

Revolutionär ist aus meiner Sicht, daß Produktivitätsfortschritte jetzt vor allem im Dienstleistungssektor erreicht werden, statt wie jahrzehntelang allein in der Industrie. Besonders deutlich zeigt sich dies schon bei den Versicherungen und den Banken. Allerdings glaube ich nicht, daß der Wandel sich sehr schnell vollziehen wird, denn zugleich muß die Organisation verändert werden, und das ist zeitintensiv, weil sich Menschen darauf einzustellen haben. Tele-Arbeit zum Beispiel erfordert neue Konzepte der Arbeitsorganisation. Und das sind ganz reale Hemmnisse. Bei den Beschäftigten herrschen Zukunftsängste vor – zum Teil schon deshalb, weil noch klare Übereinkünfte fehlen. Die Gewerkschaften fürchten, bei zunehmender Vereinzelung in den Arbeitsprozessen an Einfluß auf die Arbeitnehmer zu verlieren. Die Industrie schließlich fragt sich unsicher, wie sie denn nun die Arbeit anders organisieren solle-.

Die Technik ist vorhanden, und sie ist überzeugend. Deregulierung und Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte werden sinkende Preise zur Folge haben. Modelle für Tele-Working sind vor-handen.

Lange: Richtig. Nun müssen wir aber darüber diskutieren, wie wir die neue Organisation der Arbeit in den Griff bekommen, damit die mit der neuen Technologie verbundenen Chancen von den Menschen auch angenommen werden. Dabei haben wir nicht viel Zeit, sonst läuft uns der Rest der Welt davon. Wir müssen diesen Prozeß vorantreiben – es gibt dazu keine Alternative. Doch werden wir nur dann erfolgreich sein, wenn wir die Betroffenen mitnehmen. Dafür, die Scheu vor den Informations- und Kommunikationstechnologien abzubauen, ist noch viel zu leisten.

Bangemann: Dazu ist es nützlich, sich nicht unbedingt an den reifen Phasen der ersten industriellen Revolution zu orientieren. Sie sind gekennzeichnet durch das Gesetz der großen Serie. Je mehr man produzierte, desto billiger wurde das Produkt, und in der Folge geriet die Marktmacht immer mehr in die Hände großer Konzerne. Wollte ein junger Unternehmer heute etwa in den Automobilbau einsteigen, wäre das von vornherein aussichtslos. Die Informationstechnologien schaffen gleichsam eine Geschäftsgrundlage wie jene, unter denen Innovatoren wie Carl Benz tätig waren, der 1885 den ersten Benzin-Kraftwagen konstruierte. Die jetzt außergewöhnlich erfolgreichen Firmen – zum Beispiel die Software-Hersteller Microsoft in den USA oder SAP in Deutschland – haben auch nur mit sehr wenigen Leuten angefangen. Die Markteintrittskosten für diese Unternehmen waren relativ gering; sie konnten das Wissen der Gründer beinahe unmittelbar in bare Münze umsetzen.

Nun hat freilich nicht jedermann die Chance, ein Bill Gates zu werden.


Bangemann: Das zwar nicht, doch haben wir wieder eine Gründerzeit. Auch das muß berücksichtigt werden, wenn über die Anzahl der neuen Arbeitsplätze diskutiert wird, die durch die Informations- und Kommunikationstechniken geschaffen werden können.

Zudem wird sich die gesellschaftliche Rolle der "intellektuellen Lotsen", etwa der Journalisten, vollkommen verändern. Heute vermögen nur einige wenige ihre geistigen Freiheiten wirklich zu nutzen, um aufgrund der ihnen verfügbaren Originaldaten die Welt zu interpretieren, zu kommentieren und zu kritisieren. Die meisten sind Konsumenten von Informationen und können, selbst wenn sie es wollten, kaum zur Quelle einer Information vordringen. Diese intellektuellen Lotsen wirken deshalb wie ein gesellschaftlicher Filter. Dies macht viele andere bequem: Wer tagtäglich häppchenweise das Weltgeschehen mundgerecht serviert bekommt, interessiert sich vielleicht irgendwann gar nicht mehr für die eigene – mühsame – Suche nach Wahrheit. Der amerikanische Essayist und Kulturkritiker George Steiner hat sich in seinem Buch "Unmittelbare Präsenz" mit diesem Phänomen unter dem Aspekt der Kunst und Literatur beschäftigt; er beklagt, daß man nicht mehr das Original lese, sondern die Sekundär- und Tertiärliteratur.

All dies wird sich jetzt großenteils ändern, denn die neuen Technologien ermöglichen mehr und mehr den Zugriff auf das Original, auf die Informationsquelle. Ein Beispiel: Der Leser einer Zeitung erfährt bislang in der Regel von den Ausführungen eines Politikers oder eines Wirtschaftsmanagers nur bruchstückhaft durch den zusammenfassenden Bericht oder interpretierenden Kommentar eines Journalisten; doch nun kann er, wenn er Interesse daran hat, das komplette Presse-Statement, die komplette Rede im Internet lesen.

Es ist nicht Aufgabe der Medien, wahllos Verlautbarungen wiederzugeben. Trotzdem werden zum Beispiel wichtige Debatten des Bundestages live in Radio und Fernsehen übertragen; zumindest ausführliche Auszüge sind am nächsten Tag in Zeitungen gedruckt. Wem das nicht genügt, der kann die Protokolle aller Debatten, die sogar die Zwischenrufe und Reaktionen des Plennums verzeichnen, jederzeit anderwärts einsehen. Den Inhalt der herkömmlichen Medien bestimmt doch im wesentlichen die jeweilige Klientel, der Leser, Hörer oder Zuschauer. Hingegen ist das Internet längst von einer Flut von Angeboten jeglicher Art aus aller Welt überschwemmt, die niemand zu überschauen, geschweige denn aufzunehmen vermag.

Bangemann: Das ist allerdings der typische Gesichtspunkt eines Menschen, der in dem etablierten Kommunikationssystem an einer privilegierten Stelle steht und selbst Informationen kanalisieren kann. In Zukunft hat jeder die Chance, sich direkt zu informieren. Wir haben immer von Meinungsfreiheit gesprochen. Nun sprechen wir zum ersten Mal in der politischen Diskussion ganz konkret auch über Informationsfreiheit.

Die Menschen müssen allerdings auch imstande sein, eine solche Informationsfreiheit zu nutzen. Wird künftig wirklich jeder mit jedem in Kontakt treten wollen? Kann eine derart allumfassende Transparenz der Kommunikation zum Kennzeichen der Informationsgesellschaft werden?

Mosdorf: Die Entwicklung ist janusköpfig. Einerseits wird man politische Ideen und Gedanken nach wie vor in der kondensierten Form des Zeitungsberichts sowie im Sekundentakt der Nachrichtensendungen von Radio und Fernsehen konsumieren können. Ich fürchte jedoch, daß die Beschleunigung bei dieser Art von News-Vermittlung wohl noch zunehmen wird und somit die Informationshäppchen noch kleiner werden. Zugleich bin ich mir sicher, daß sich mehr Möglichkeiten ergeben, sich gründlich zu informieren. Der Zugang zu Informationen wird einfacher und somit demokratischer.

Dennoch ist es völlig falsch zu glauben, daß die beginnende Informationsgesellschaft schon gleichzusetzen sei mit dem Ziel einer informierten Gesellschaft. Das Vermögen einzuordnen, also Informationen zu bewerten, wird wichtiger werden als bisher. Der Umgang mit dem Original, mit der Informationsquelle will ge-lernt sein, und daraus erwächst eine große Aufgabe für die Gesellschaft, Medienkompetenz zu vermitteln. Es klingt vielleicht paradox, aber aus diesem Grund glaube ich, daß wir auch vor einer Renaissance der klassischen Bildung stehen.

Lange: Die rasante Entwicklung der Technik hat den formalen Zugang zu den neuen Medien schon erheblich erleichtert. Dennoch gilt es auf dem Wege in die Informationsgesellschaft zunächst noch ein rein praktisches Problem zu lösen, nämlich das der Kosten. Nehmen wir zum Beispiel das nordrhein-westfälische Projekt "NRW-Schulen ans Netz – Verständigung weltweit": Selbstverständlich wollen wir alle, daß die Schulen direkten Zugang zu den Informationsquellen haben, daß die Schüler im Internet Lernprojekte selbst definieren und durchführen können und daß die Lehrer dabei eine neue Rolle wahrnehmen, indem sie nur noch als Moderatoren beim Lernen helfen. Das Ziel können wir formulieren – in Anbetracht der gegenwärtig dafür zu zahlenden Kommunikationskosten scheint es trotzdem unerreichbar. So bleibt zu hoffen, daß der Zugang zum Netz nach der Deregulierung, etwa in Deutschland also mit dem neu begonnenen Jahr, für alle bezahlbar wird; zumindest benötigen wir einen günstigen Tarif für die Bildung.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie verläßlich die Informationen im Internet überhaupt sind. Zeitungen sind durch ihre Filterfunktion auch Garanten für eine bestimte Qualität der Auswahl und die Verläßlichkeit der übermittelten Nachrichten. Zudem kann man nach einer gewissen Beobachtungszeit die Haltung des Blattes einschätzen und sich darauf einstellen.




Lange: Die Möglichkeit, selber auszuwählen, selber zu entscheiden, welche Information man braucht und haben will, verlangt von jedem einzelnen eine ausgeprägte Fähigkeit zur Differenzierung und Beurteilung. Er ist gewissermaßen dazu verdammt, sein eigener Redakteur zu sein. Wir müssen also jedem zu der Kompetenz verhelfen, Wichtiges von Unwichtigem, Richtiges von Falschem zu trennen. Dafür sind folglich Bildungseinrichtungen und Lern-Software zu entwickeln. Und weil wir es mit einer globalen Entwicklung zu tun haben, müssen auch die fremdsprachlichen Fähigkeiten jedes einzelnen stärker als bisher gefördert werden, damit er Quellen aus anderen Ländern direkt nutzen kann. Am besten wäre es für die Herausbildung einer besseren Internet-Kompetenz, wenn der Englischunterricht schon in der Grundschule begänne. Das, was Herr Bangemann vorangetrieben hat, waren zunächst einmal die Ökonomie und die Technologie, bezogen auf den gemeinsamen Markt und die Deregulierung. Jetzt müssen die gesellschaftlichen Aspekte in den Vordergrund treten.

Bangemann: Da unterschätzen Sie uns ein bißchen. Wir haben den Begriff Informationsgesellschaft bewußt gewählt als das Kennzeichnen dessen, was wir tun wollen – im Gegensatz zu den Amerikanern, die stets nur von information highways gesprochen haben. Deswegen haben wir ein Informationsforum gegründet, in dem Nutzer und Anbieter der neuen Technologien sowie Mitglieder unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen der Länder Europas vertreten sind, darunter Journalisten, Wissenschaftler, Gewerkschaftsfunktionäre und Berater vom Verbraucherschutz. Dieses Forum hat schon einen ersten Bericht fertiggestellt und erforscht weiter intensiv, was die neuen Technologien gesellschaftlich bedeuten.

Auch das konkrete Problem eines allgemeinen Zugangs zu Informationen haben wir mit dem Europäischen Parlament von Beginn an diskutiert – anfangs noch ziemlich kontrovers, weil das Parlament der Meinung war, der Staat müsse diese Dinge regeln, er müsse also unter anderem die Infrastruktur subventionieren. Ich war damit nicht einverstanden, und zwar aus einer Überlegung heraus, die sich mehr und mehr als richtig erweist: Die Informations- und Kommunikationstechnologien sind dann besonders wertvoll, wenn sie möglichst viele Menschen erreichen. Jemand, der als Anbieter einer Dienstleistung im Netz auftreten will, wird mithin an einem möglichst einfachen und bezahlbaren Zugang interessiert sein. Als ich vorhersagte, daß es Telephongesellschaften geben werde, die den Anschluß, den Apparat und den Dienst kostenlos anbieten, wenn der Nutzer bereit ist, durch Werbung unterbrochen zu werden, hat man mich ausgelacht. Das gibt es aber inzwischen.

Soll nun Werbung "Schulen ans Netz" finanzieren?

Bangemann: Sicherlich läßt sich dieses Beispiel nicht ohne weiteres auf Schulen übertragen; doch wir versuchen, Unternehmen davon zu überzeugen, daß ein kostenloser Internet-Zugang der Schulen auch wirtschaftlich interessant sein kann: Eine neue Art zu lernen überträgt sich von den Kindern auf das Elternhaus. Wenn die Eltern sich Computer anschaffen und dieselbe Software für ihre Weiterbildung verwenden können, ist das eine neue – zahlende – Zielgruppe für die Hersteller.

Mosdorf: Zugegeben, daß ökonomische Interessen die Dynamik ankurbeln können. Aber dies hängt erstens stark von der Kaufkraft ab und zweitens von der Qualifikation der potentiellen Nutzer. Wie überall in der Gesellschaft gibt es auch hier diejenigen, die voraus-, und jene, die hinterherlaufen. Die Erfolgsgeschichte der Informationsgesellschaft in Europa wird davon abhängen, ob auch die staatliche Seite genügend dazu beiträgt, daß möglichst viele Menschen mitmachen, sonst stehen wir vor einer Spaltung der Gesellschaft in user und loser-.

Bangemann: Am wichtigsten ist in der jetzigen Phase, daß jene, die hinterherlaufen, die Vorauseilenden nicht behindern.

Lange: Aber wir müssen vermeiden, daß der Riß, der sichtbar jetzt schon durch die europäischen Gesellschaften geht und in Zukunft die Länder auf neue Art zu spalten droht, noch größer wird. Ich sehe die Gefahr, daß diejenigen, die abgekoppelt werden, auf der Strecke bleiben. Eine neue Form von Analpha-betismus tritt auf. Mittlerweile spricht man schon nicht mehr von usern und losern-, sondern – wie der Club of Rome in der Abschluß-Deklaration seiner Jahreskonferenz in Washington im vergangenen Oktober – von den haves und have-nots: Den Zugriff auf das Netz zu haben oder nicht zu haben wird zunehmend existentiell, entscheidet immer häufiger darüber, Arbeit zu haben oder arbeitslos zu sein. Nur mit mehr Bildung und Ausbildung kann dieser Bruch gekittet werden.

Trifft diese Situationsbeschreibung auf alle Länder gleichermaßen zu?

Mosdorf: Nach der Erfahrung der letzten Jahre sind die europäischen Gesellschaften im Vergleich etwa zur amerikanischen meist sehr statisch; struk-turkonservative Elemente herrschen in der Regel vor. Nicht die Technik ist das Problem – sie ist überall und zu jeder Zeit zu haben. Es handelt sich vielmehr um eine soziale Innovation, und da wirken sich Mentalitäten fördernd oder hemmend aus.

In den einzelnen Ländern Europas verläuft die Entwicklung allerdings recht unterschiedlich. Die Skandinavier zum Beispiel sind anderen um Längen voraus. Das finnische Tampere, einst ein klassischer Industriestandort, ist jetzt Sitz vieler High-Tech- und Service-Unternehmen und die europäische Stadt mit den meisten Computern und den meisten Internet-Zugängen pro Kopf der Bevölkerung.


Wir müssen uns also fragen, wie eine Grundversorgung mit Computern und Internet-Anschlüssen vor allem der Schulen, der Universitäten und der Bibliotheken zu organisieren ist. Bill Gates, der Gründer von Microsoft, hat einfach in seiner näheren Umgebung, in seiner eigenen Schule, PCs verschenkt. Wir haben in Deutschland immerhin das Projekt "Schulen ans Netz" begonnen; das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie hat es unterstützt, die Telekom spendete 40 Millionen Mark, Siemens stiftete Multimedia-PCs, und noch andere Sponsoren beteiligten sich. Nun müßte meines Erachtens eine Initiative "Qualifikation ans Netz" folgen, mit der Hochleistungs-Tele-Learning für Universitäten und für die Weiterbildung der Produktionseliten neu organisiert wird.

Bangemann: Die EU-Kommission hat das Ausstattungsproblem der Schulen und Bibliotheken erkannt und mit Kultusministern der Mitgliedsländer darüber gesprochen. Es gibt inzwischen ein Budget dafür, dessen Rahmen das Europäische Parlament sogar noch erweitert hat.

Lange: Außer dem Finanz- gibt es ein Kommunikationsproblem, denn viele Lehrkräfte sind den neuen Technologien gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Zu wünschen wäre, daß die Vermittlung von Computer- und Internet-Kompetenz – wie die von allgemeiner Medienkompetenz – schon in die Lehrerausbildung eingebunden würde. Das scheitert an den Universitäten häufig noch an Professoren, die nicht bereit sind, diese Inhalte in die Studienpläne zu integrieren. Es gilt also, bereits bei den Hochschulen anzusetzen und auch dort zu investieren.

Allein dies macht deutlich, daß die Förderung des Wettbewerbs nicht ausreicht, die Probleme zu lösen. Sie selbst, Herr Bangemann, haben kürzlich vor dem erwähnten europäischen Forum Informationsgesellschaft beklagt, daß die einfache Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik bisher nicht vorangekommen sei. Andererseits behaupten Sie, und ich stimme dem durchaus zu, daß alles, was dem Konsumenten dienen soll, auch der Industrie dienen müsse, damit diese Technik große Verbreitung erreicht.

Warum aber sind die neuen Medien noch nicht auf einfache Weise zu nutzen? Ein Grund ist meines Erachtens, daß es immer wieder Bestrebungen gibt, mit eigenständigen Insellösungen den Markt zu beherrschen. Ein Beispiel dafür war die Entwicklung unterschiedlicher Standards bei den Decodern, mit denen digitales Fernsehen ermöglicht und der heimische Fernseher internet-tauglich gemacht werden sollte.

Auch bei Personal Computern sind die Systeme von IBM und Apple immer noch nicht in allen Anwendungen kompatibel.

Lange: Ja, das ist ein weiteres Beispiel. Man muß also meines Erachtens von staatlicher Seite etwas tun, um die Industrie für einheitliche Standards und Normen zu gewinnen. Selbstorganisation ist gut, sie funktioniert aber nur unter staatlicher Aufsicht. Der Markt regelt so etwas offenbar nicht immer in wünschbarer Weise von allein.

Bangemann: Im Gegenteil. Ich entnehme dem Beispiel IBM, daß es nicht einfach ist, den Markt zu dominieren. Daß dieses Unternehmen Ende der achtziger Jahre große Schwierigkeiten bekam ist auf den gescheiterten Versuch zurückzuführen, den Markt für Personal Computer beherrschen zu wollen.

Für mich gilt: Wenn wir wollen, können wir regeln. Nehmen wir noch einmal den Decoder. Dafür haben wir eine Richtlinie erlassen; wenn sich die Beteiligten nicht einigen, gibt sie uns die Möglichkeit, eine Norm vorzuschreiben, der dann alle genügen müssen. Wir mußten die Richtlinie bisher nicht anwenden, weil schon allein die Verordnung bewirkt hat, daß sich die Beteiligten einigten.Wir haben in Europa eine lückenlose Normenreihe für digitale Signale: vom Aussenden über die Komprimierung und Dekompression bis hin zum Empfang. Die USA sind uns also nicht in jeder Hinsicht voraus.

Lange: Wenn wir die Nutzung des Internet und anderer neuer Medien schnell voranbringen wollen – und das müssen wir, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können –, dann sind die Marktkräfte allein keine ausreichende Triebfeder. Der Markt braucht Anstöße, um in Schwung zu kommen. Das zeigt das Beispiel "Schulen ans Netz" in Deutschland sehr deutlich. Aber auch die Erfahrungen in der Initiative "Lernen in der Informationsgesellschaft", die ich initiiert habe, sind dafür ein Beleg. Die beteiligten Unternehmen müssen motiviert und animiert werden; sie fühlen sich noch als Sponsoren – nicht als Anbieter, die in dieser öffentlich-privaten Partnerschaft auf viele Kunden treffen.

Wer muß handeln?

Lange: Alle müssen sich den neuen Anforderungen stellen: Eltern, Lehrer und Hochschullehrer müssen sich bewußt den neuen Technologien zuwenden. Dafür brauchen wir dringend eine Kommunikationsinitiative, eine Strategie, die vielfach verunsicherte Bevölkerung von der Notwendigkeit der Anpassungsleistung zu überzeugen. Hier vor allen Dingen vermisse ich weitgehend Führung durch die Politik: Sie muß die Bedingungen zum Beispiel im Urheberrecht gestalten. Sie muß unter anderem den kleinen und mittleren Unternehmern klarmachen, daß sie ihre Chancen im Multimedia-Markt bisher überhaupt noch nicht ausschöpfen. Der Markt verschafft ihnen nämlich nicht so einfach die Übersicht.

Mosdorf: Würde dieses Potential von Electronic Commerce nur so weit ausgeschöpft, wie die Amerikaner es gegenwärtig tun, dann – so schätzt der Unternehmensberater Booz, Hamilton und Partner – könnten allein in Deutschland 250 000 Arbeitsplätze pro Jahr zusätzlich geschaffen werden.


Bangemann: Nun wird die technologische Konvergenz die Entwicklung ohne unser Zutun vorantreiben, indem die verschiedenen, heute noch technisch, ökonomisch und im politischen Entscheidungsprozeß weitgehend getrennten Informationsmöglichkeiten – Telephon, Fax, Rundfunk, Fernsehen und Computer – zusammenwachsen. Man wird also künftig über eine einzige Station all deren Funktionen nutzen können. Der Markt schafft hier den von Ihnen geforderten Zwang zur Vereinheitlichung; ich bin optimistisch, daß die Hersteller dieser in-te-grierten Kommu-nikations-Stationen jetzt sehr viel genauer auf ihre künftigen Käufer schauen als bisher und die neuen Geräte wirklich anwenderorientiert ent-wickeln.

Sie sprachen eingangs von den tiefgreifenden sozialen Konsequenzen. Werden wir nicht Getriebene eines profitorientierten, ansonsten aber blinden, immer hektischeren technologischen Fortschritts? Wir kaufen ein Software-Paket nach dem anderen, müssen alsbald die Hardware nachrüsten und haben dabei schon den nächsten Innovationszyklus zu gewärtigen – wohl wissend, daß die damit erzielbaren Produktivitätsfortschritte sich rasch wieder relativieren.

Mosdorf: Der französische Medientheoretiker Paul Virilio nennt das Phänomen "rasenden Stillstand".

Welches sind in solch einer Umbruchsituation, außer der Förderung und Erleichterung des gesellschaftlichen Wandels, die steuernden Aufgaben des Staates? Und müßte nicht, da diese Entwicklung global vorangetrieben wird, eine supranationale Gemeinschaft wie die Europäische Union zumindest gewisse Kontrollfunktionen ausüben?

Lange: In der Erwartung, was der Staat können und leisten soll, müssen wir sicherlich um einiges bescheidener sein, als wir es in der Vergangenheit häufig waren. Zunächst ist festzustellen, daß die Kräfte des Wettbewerbs auf dem Weg in die Informationsgesellschaft in eine Richtung weisen, die wir im Prinzip fördern wollen. Was also kann der Staat, was muß er zusätzlich leisten? Ein erkennbares Problem ist, daß die Medien-, die Fernsehmärkte noch weitgehend nationale, hingegen die Unternehmen über die Grenzen hinaus verflochten sind.

Mosdorf: Ich habe den Eindruck, daß es in Europa bald keine Medienhäuser mehr geben wird, wenn wir ihnen nicht den Spielraum geben, über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Wir brauchen solche, die erfolgreich die ganze Wertschöpfungskette abdecken – sonst kommen demnächst nicht nur die Filme aus Hollywood, sondern auch die CD-ROMs über die europäischen Museen aus Seattle.

Lange: Konzentration wird in der europäischen Medienpolitik sehr kontrovers diskutiert. Es gibt durchaus Ansätze für staatliches Handeln. Aber wer soll handeln? Ein deutsches Bundesland? Der Nationalstaat? Die Europäische Union? Es gab Ansätze für eine europäische Richtlinie, die aber schnell wieder zu den Akten gelegt wurde. Denn welche Maßstäbe sollten gelten, wenn in Deutschland 30 Prozent Marktanteil die von den Behörden geduldete Obergrenze sind, sich hingegen in Frankreich oder Portugal private Unternehmen finden, die diese Grenze weit überschreiten?

Ich glaube, daß künftig die Bedeutung des Nationalstaats mehr und mehr abnehmen wird, denn er kann solche Dinge nicht regeln. Sie müssen aber geregelt werden. Deshalb dürften einerseits regionale Entwicklungen bedeutsamer werden, und andererseits muß die EU als supranationale Instanz eine zunehmend gewichtigere Lenkungsrolle übernehmen – besonders im Hinblick auf die Gestaltung der rechtlichen und sozialen Bedingungen auf dem Weg in die Informationsgesellschaft.

Eine weitere Schwierigkeit ist, daß die neuartigen Herausforderungen in kein Ressortschema passen. Wie koordinieren wir – wenn wir es denn wollen – bis hinauf zur europäischen Ebene die einzelnen Aspekte der Bildungs-, der Technologie-, der Wettbewerbspolitik? Die traditionellen Strukturen sind noch sehr stark an klassischen Ressorts orientiert. Angesichts der zu lösenden Aufgaben brauchen wir auch in der Union ressortübergreifende Handlungskompetenz.

Welche Ressourcen hat der Nationalstaat beziehungsweise die EU, um in die Entwicklung hin zur informierten Gesellschaft einzugreifen?

Lange: Zum einen sind es Geldmittel, die der Staat zur Erreichung seiner Ziele einsetzen kann. Dann hat er die Ressource Information, um die Bürger zu diesem Ziel zu führen. Ich habe schon gesagt, daß ich in dieser Hinsicht einen Mangel empfinde, denn die Chancen der Informationsgesellschaft werden von den meisten immer noch nicht erkannt. Zudem hat der Staat die Möglichkeit, neue Verhältnisse gesetzlich zu regeln; davon sollten wir allerdings nicht zuviel erwarten, denn gerade die hier diskutierten Entwicklungen vollziehen sich so rasch, daß die Gesetzgebung nicht nachzukommen vermag. Die Eigendynamik, mit der das Internet in den letzten Jahren gewachsen ist, zeigt, daß nationale Gesetzgebung – etwa auch das Strafrecht in Fällen von Mißbrauch wie der Darstellung und Verbreitung von Kinderpornographie – kaum noch Wirksamkeit entfalten kann.

Es wird also immer wichtiger, den Übergang von nationalstaatlichen Regelungen zu europäischen – und im Fall des Internet zu globalen – Vereinbarungen zu schaffen. Dafür fehlen aber im Grunde genommen noch die institutionellen Voraussetzungen. In diesem Zusammenhang ist es geradezu ein Witz, daß wir in Deutschland 15 Landesmedienanstalten haben.

Mosdorf: Stimmt.


Bangemann: Das ist schlimmer als ein Witz, denn diese Anstalten sind ein gravierendes Hindernis auf dem Weg in die Informationsgesellschaft. Aber noch ein Wort zum Staat: Er ist ein gesellschaftliches Produkt, ein institutioneller Rahmen für gesellschaftliches Handeln; und nach meinem Dafürhalten wird sich dieser Rahmen genauso ändern wie die Arbeit und das Lernen.

Lange: Der institutionelle Rahmen ist nur schwieriger zu ändern.

Bangemann: Sehr schwer, ja.

Vermag die Europäische Kommission die Interessen der Nationalstaaten zusammenzuführen? Kann sie die unterschiedlichen Politikbereiche, die Herr Lange ansprach, übergreifend koordinieren? Arbeiten die Kommissare, die ja nur zuständig sind für ihre jeweiligen Ressorts, zusammen?

Bangemann: Eine Organisation wie die Europäische Kommission kann anders agieren als Ministerien oder nationale Regierungen, denn sie hat noch keine lange Geschichte und deshalb eine gewisse Flexibilität. Sie ist anders angelegt; die Zuständigkeiten sind anders verteilt. So habe ich mit meinen beiden klassischen sektoralen Aufgabenbereichen Industrie und Telekommunikation einen großen Teil der Verantwortung für die Fragen, die sich hinsichtlich der Informationsgesellschaft stellen. Aber ich bin eben nicht allein für alles zuständig, was damit zusammenhängt. Deshalb haben wir dafür eine Gruppe gebildet, in der von den 17 Kommissionsmitgliedern außer mir die Kollegen für Soziales, für Verkehr, für Forschung sowie für Kultur und Medien vertreten sind. Nach meinem Empfinden arbeiten wir relativ offen ressortübergreifend zusammen.

Sie sagten, der Staat als institutioneller Rahmen für gesellschaftliches Handeln werde in der Informationsgesellschaft anders sein als der jetzige. Was wird sich verändern?

Bangemann: Vermutlich wird nicht zu vermeiden sein, daß der Staat regulierend eingreifen muß; aber die Art der Regulierung wird sich ändern. Die technische Entwicklung verläuft inzwischen in einjährigen Zyklen, während wir mindestens zwei bis drei Jahre brauchen, bis über eine Richtlinie beraten, entschieden und sie dann in nationales Recht umgesetzt wird. Die Frage nach der künftigen Rolle des Staates stellt sich in Wahrheit als globales Problem der Informationsgesellschaft dar. Doch haben wir nun einmal keinen Weltstaat, sondern bestenfalls regionale politische Organisationen wie die Europäische Union, dann Nationalstaaten und in ihnen Unterstrukturen, die ihre Kompetenz verteidigen.

Globales Problem heißt aber, erforderlich wären globale Regeln.

Bangemann: Ja, nur sind die nicht in der Form von Gesetzen zu bekommen, eben weil es dafür keine Instanz gibt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als in Zusammenarbeit mit den Beteiligten eine Art Übereinkommen zu treffen, eine Art Charta. Dies haben wir im vergangenen Jahr bezüglich des Problems der illegalen Inhalte im Internet mit Erfolg ausprobiert: Wir haben zusammen mit der Bundesregierung eine Konferenz in Bonn organisiert, an der 29 Minister beteiligt waren, vorwiegend aus europäischen Ländern; die Amerikaner und Japaner waren als Beobachter dort. Man hat sich auf Grundsätze verständigen können, die bei der Beurteilung solcher Inhalte im Internet angewendet werden sollen.

Mosdorf: Die Diskussion muß schon im Nationalstaat beginnen. Wirkliche Erfolge sind indes nur zu erzielen, wenn es auch zu internationalen Vereinbarungen kommt. So ist eine Medienrechtskonvention dringend erforderlich, denn es wird nicht mehr lange dauern, bis es im Mediensektor international zu Konzentrationen kommt, die problematisch sind. Deshalb brauchen wir auch ein internationales Kartellrecht.

Was wäre, wenn etwa nicht mehr klar ist, wo ein Unternehmen beim Electronic Commerce – also beim weltweiten Marketing und Vertrieb über elektronische Medien – Steuern zu entrichten hat?

Mosdorf: Hinter dieser Frage steht die Suche nach Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung. Wer wird ihr Gewinner, wer ihr Verlierer? Da sich mit ihr die Wettbewerbsbedingungen fundamental ändern, gibt es auf Globalisierung nur drei Antworten: Wir müssen exzellent sein, es muß – etwa beim Urheberrecht – fair zugehen, und wir brauchen internationale Spielregeln.

Bangemann: Sich sein Finanzamt in einem günstigen Land aussuchen zu können ist wohl der Traum eines jeden Steuerzahlers...

Lange: ...und der Alptraum eines jeden Finanzministers.

Bangemann: An den künftigen Möglichkeiten des Electronic Commerce kann man gut sehen, welch ungeheure Umwälzungen die Informationstechnologien in der Wirtschaft hervorrufen werden. Auch hier stehen privilegierte Positionen auf dem Prüfstand. Zum Beispiel gilt die Apothekenpflicht für eine Vielzahl von Medikamenten nicht in allen Staaten. Es könnte also jemand in einem Staat X über das Internet bestimmte Medikamente unter Umgehung der in Deutschland bestehenden Apothekenpflicht legal auch in unserem Land anbieten. Wenn hier jemand solche Medikamente erwirbt, gleich aus welchen Gründen, ist das ebenfalls nicht illegal – ein Angebot aus Deutschland aber wäre es. Wer also glaubt, sich hinter irgendwelchen nationalstaatlich organisierten Marktschranken und rechtlichen Schutzzäunen vor der Informationsgesellschaft verstecken zu können, hat sich schwer getäuscht.

Mosdorf: Die Firma Sony hat Anfang vorigen Jahres entschieden, daß alle Käufer, die Produkte des in Tokio ansässigen Unternehmens über das Internet bestellen, 15 Prozent Rabatt bekommen. Das hat eine enorme Nachfrage ausgelöst, aber die Zwischenhändler verständlicherweise verärgert. Der gesamte Handel wird aus seinen überkommenen Strukturen geworfen. Die deutsche Phonowirtschaft arbeitet mit der Telekom zum Beispiel an einem Projekt music on demand. Wenn das realisiert wird, entfällt auch noch der Kauf einer Compact Disk; jeder kann sich dann zu Hause seine Lieblingsmusik individuell zusammenstellen.

Bangemann: Ein weiteres Beispiel. Wenn jeder Reisende seinen Flug oder sein Hotel direkt über das Internet buchen und sich das günstigste Angebot aus-suchen kann, werden Buchungen im Reisebüro überflüssig; zudem entfällt auch dessen Beratungsfunktion, wenn man am heimischen Bildschirm wunderbare Bilder über das Reiseziel betrachten und die Ausstattung des Hotels begutachten kann.


Lange: Trotzdem wird der Handel über das Medium Internet besonders für kleine und mittlere Unternehmen großartige neue Chancen eröffnen, denn nun können auch sie ihre Produkte und Dienstleistungen weit über den regionalen und nationalen Rahmen hinaus anbieten und vertreiben. Vermutlich wird sich der weltweite Handel neu differenzieren. In vielen Produktbereichen, vor allem bei den Dienstleistungen, werden die Käufer vermutlich geneigt sein, direkt über das Internet zu bestellen. Ein gutes aktuelles Beispiel dafür ist der Software-Vertrieb. Voraussetzung ist aller-dings Vertrauen in

die Leistungsfähigkeit des neu-en virtuellen Marktplatzes. Andererseits bin ich davon überzeugt, daß es weiterhin Segmente geben wird, in denen es unbedingt auf eine persönliche Beratung ankommt.

Bangemann: Das wird allerdings vielfach noch nicht erkannt. Die Apotheken, um bei diesem Beispiel zu bleiben, nehmen die Aufgabe der Beratung bislang nicht so wahr, wie sie es eigentlich tun müßten, um eine wichtige Funktion bei der Versorgung mit Arzneimitteln zu behalten.

Nun wird eine Apotheke oder ein Handwerksbetrieb ohnehin keinen globalen Vertrieb aufziehen können. Wo liegen denn die vielbeschworenen Chancen für kleine und mittlere Unternehmen?

Bangemann: Wer eine Spezialität anzubieten hat, kann schnell weltweit Kunden gewinnen, weil sich die Vermarktungskosten durch das Netz plötzlich auf einen Bruchteil der herkömmlichen reduzieren.

Lange: Bevor es soweit ist, muß allerdings gerade bei solchen Unternehmen noch sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Wir konnten in dieser Hinsicht bereits einige Erfahrungen mit der Einführung von ISDN, dem Integrated Services Digital Network, sammeln, wodurch wir in Deutschland im weltweiten Vergleich eine Spitzenposition bei den digitalen Datenleitungen erreicht haben. Bei der Vernetzung von Handelsketten etwa – von Filialen mit der Zentrale – geht es nicht nur darum, eine Telephonanlage auszuwechseln, vielmehr muß die Organisation angepaßt werden: Das ganze Bestellwesen, das Abrechnungssystem müssen umorganisiert werden. Man kann nicht einfach nur eine neue Technik einführen, ohne gleichzeitig die Organisationen entsprechend zu optimieren – und hier liegt die Schwierigkeit: Diese Veränderungen gehen sehr viel langsamer vonstatten als das Implementieren einer neuen Technik.

Bei der Nutzung des Internet durch Unternehmen stellt sich dieses Problem in gleicher Weise. Aber es mangelt weithin noch an Verständnis dafür, daß es sich beim Internet wie bei ISDN nicht um irgendwelche neuen Techniken, sondern um komplexe sozio-technische Systeme handelt.

Die weltweite Vernetzung beschleunigt die Globalisierung der Märkte, so daß sich Unternehmen, selbst wenn sie sich gegen Umstrukturierungen sperren, dennoch früher oder später anpassen müssen. In großen Unternehmen folgt sogar schon die Forschung der Produktion, die den Märkten gefolgt ist. Ebenso scheint sich die Arbeit weltweit völlig neu zuverteilen. Mit welchen Konsequenzen?

Mosdorf: Die Möglichkeiten des Internet und anderer neuer Kommunikationstechnologien verändern Arbeit und Dienstleistung unmittelbar. So wird plötzlich Bangalore, die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Karnataka, gleichsam zu einem Vorort von Frankfurt am Main, weil die Lufthansa dort Büro- und Verwaltungsarbeiten erledigen läßt. Es spielt in vielen Bereichen einfach keine Rolle mehr, wo auf der Welt eine Arbeit angeboten und ausgeführt wird. Bangalore wirbt übrigens mit einer zentralen Homepage um weitere internationale Kundschaft. Ob Deutschland in diesem Prozeß der Neuverteilung von Arbeit mithalten kann, entscheidet sich unter anderem daran, ob es unseren führenden Universitäten gelingt, wieder eine erste Adresse zu werden, also zu Ausgangspunkten von Unternehmensgründungen, und ob es unsere Universitätsstandorte schaffen, zu virtuellen Vororten der Metropolen von morgen zu werden, beispielsweise von Shanghai oder São Paulo. Als Hochkostenland hat die Bundesrepublik wenige komparative Kostenvorteile; wir haben eigentlich nur die Möglichkeit, unsere Chance als Avantgarde der globalen Wissens- und Informationsgesellschaft zu suchen und zu nutzen. Wissen ist unser wichtigster Rohstoff.

Da bereitet mir Sorgen, daß der Anteil ausländischer Studenten an den deutschen Hochschulen extrem rückläufig ist. Derzeit studieren 82000 Chinesen in den USA, aber nur 5800 bei uns, dort 42 000 Japaner, bei uns nur 1300, dort 36 000 Inder und nur 800 bei uns – die Reihe läßt sich fortsetzen. Das ist schlecht für unsere Zukunft, denn die Studenten von heute sind die Geschäftspartner von morgen.

Bangemann: Das ist auch meine Erfahrung. Es ist wenig bekannt, daß die Europäische Union an der Entwicklung des World Wide Web beim Europäischen Physikforschungszentrum CERN entscheidend beteiligt war. Unter anderem wollten wir Universitäten in ein von uns finanziertes Projekt einbeziehen. Das Ziel war, daß das System von sich aus den Nutzer führen kann, so daß er nicht erst langwierig nach dem Prinzip Versuch und Irrtum im Netz suchen muß. Mit dieser relativ klaren Vorgabe machte sich eine Gruppe beim Massachusetts Institute of Technnology in Cambridge auf eigene Kosten daran, Arbeitskonzepte zu entwickeln; so konnte, dann mit finanzieller Unterstützung durch uns, bald mit der Forschung begonnen werden. Bei der ebenfalls angesprochenen deutschen Universität – welche, das tut nichts zur Sache, weil die Mentalität verbreitet ist – bereitete es uns hingegen schon große Schwierigkeiten zu erklären, worum es überhaupt ging. Dann kam sofort die Frage, wieviel Geld man denn aus der EU-Kasse zu erwarten hätte; und sogar die erste Skizze eines Arbeitskonzepts sollte honoriert werden. Da bin ich wieder gegangen.


Lange: Herr Bangemann, bitte keine allgemeine Professorenschelte. Die ISDN-Einführung hat gezeigt, wie fruchtbar eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland sein kann. Die Hersteller, etwa Siemens oder SEL Alcatel, haben zunächst nur über Technik geredet. Die Telekom konzentrierte sich ausschließlich auf die Entwicklung der Netze, nicht auch auf mögliche Anwendungen dieses neuen Dienstes. Erst die Wissenschaft stieß einige Pilotprojekte an, bei denen man den Nutzen für den Dienstleistungssektor – Krankenhäuser, Handelsketten und andere Anwendungsbereiche – betrachtete und konkrete Ergebnisse erarbeitete. Und erst als man den Anwendernutzen herausstellen konnte, wurde aus ISDN eine Erfolgsgeschichte.

In diesem Zusammenhang möchte ich freilich eingestehen, daß sich das vorherrschende Denken streng entlang wissenschaftlicher Disziplinen immer häufiger als hinderlich erweist, die Entwicklungen in der Welt angemessen zu beurteilen. Wie gesagt, das Internet ist nicht einfach eine neue Technik, sondern Ausgangspunkt für komplexe gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen. Wir brauchen deshalb ein besseres Verständnis zwischen den Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie den Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

Bangemann: Ich möchte meine Ausführungen nicht als allgemeine Wissenschaftsschelte verstanden wissen. Aber wir tun uns offensichtlich in Deutschland – und vielleicht auch im übrigen Europa – schwer, fächerübergreifend Konzeptionen zu entwickeln, den mit der heraufziehenden Informationsgesellschaft einhergehenden Erneuerungsprozeß in seiner Komplexität zu erfassen und zu steuern. In der globalen wissenschaftlichen Konkurrenz sind wir im Nachteil.

Lange: In ihrem fünften Rahmenprogramm für die Forschung sollte die EU solche übergreifenden wissenschaftlichen Kooperationen fördern. Wir müssen insgesamt flexibler werden, um ein europäisches Modell der Informationsgesellschaft zu gestalten und zu kommunizieren, das die technischen, die wirtschaftlichen, die rechtlichen und die sozialen Aspekte zusammenfaßt.

Herr Mosdorf, Herr Lange, Herr Bangemann, viele Defizite und anstehende Aufgaben sind genannt worden. Wie beurteilen sie die Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik und ihrer EU-Partner unter Einrechnung der Stärken dieser Länder?

Mosdorf: Die Wiege der Europäischen Union war die Montanunion, die Gemeinschaft ging also aus der klassischen Industriegesellschaft hervor. Jetzt erweist sich das gemeinsame Europa als immenser Vorteil für die Gestaltung der Informationsgesellschaft. Europa kann also wieder zu einem "Laboratorium der Moderne" werden – wenn wir unsere Vielfalt nutzen.

Lange: Eine Prognose ist nicht ganz einfach, denn die schon von Herrn Bangemann angesprochene technologische und ökonomische Konvergenz der traditionell unterschiedlich strukturierten Bereiche Informationstechnik, Telekommunikation und Medien wird die Gesellschaft umfassend verändern. Damit stellen sich gänzlich neue Herausforderungen, Berufsqualifikation und Lebensqualität zu sichern sowie den chancengleichen Zugang zu Informationen und Bildung zu gewährleisten; Probleme bei der Beschäftigung, bei der Arbeitsorganisation, im Spannungsverhältnis von Markt und Kultur sind zu überwinden.

Bangemann: Doch ist es geradezu ein Glücksfall, daß sich die europäischen Nationen schon zusammengeschlossen haben. Häufig wird dieser Zusammenschluß noch als Verlust von Kultur und Identität empfunden; und nun kommt schon wieder etwa Neues, von dem wir noch nicht recht wissen, wogegen wir unsere bisherigen Lebensumstände eintauschen. Aber zweifellos wird auch die Informationsgesellschaft ihre Kultur entwickeln – wenngleich eine andere als die tradierte. Wir leben in einer Buchstabenkultur; unser Lernen, unser Wissen, unser Forschen bezieht sich auf die Schrift. Die neue Kultur ist hingegen – soweit sie sich schon abzeichnet – weitgehend eine der Bilder, die auch eine andere Art zu denken erfordert. Die Schulen verweisen auf Erfolge mit darauf basierenden neuen Lehr- und Lernmethoden. Es gibt interessante Untersuchungen, wonach bisher schlechte Londoner Schüler plötzlich exzellente Leistungen zeigten: Ihre Intelligenz wurde offenbar durch die Schriftkultur nicht angesprochen, während das neue Medium sie gefördert hat.

Mosdorf: Die Grundlagen der Informationsgesellschaft sind durch die Hardware-Entwicklung geschaffen worden. Jetzt wird die Software wichtig – der Schwerpunkt der Entwicklung verlagert sich auf die Inhalte; und da kann Europa seine besonderen Qualitäten, seine kulturelle Vielfalt nämlich, ausspielen. Deshalb glaube ich auch, daß wir vor einer Renaissance der klassischen Bildung stehen und daß die bestqualifizierte Frauengeneration der Geschichte auch zu einem ökonomischen Trumpf wird.

Lange: Über die Netze kann sich die kulturelle Vielfalt in der Welt viel besser darstellen und ausdrücken als jemals zuvor. Wenn Menschen aus aller Welt am Computer miteinander in Kontakt treten und kommunizieren, trägt dies sicherlich auch zur Völkerverständigung bei. Nicht mehr das Nationale, eher das Regionale wird dann vielleicht kulturelle Verwurzelung, kulturelle Identität vermitteln. Nur – und das ist wohl die Quintessenz dieses Gesprächs – müssen wir dafür sorgen, daß nicht nur einige wenige, sondern alle Menschen lernen, mit diesem Medium kompetent umzugehen.





Das Gespräch führten Dieter Beste und Marion Kälke.



Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 1998, Seite 32
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 1998

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 1998

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