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Medizintechnik: Herz-Operation durchs Schlüsselloch



Präziser als jede menschliche Hand flicken bleistiftgroße Roboterarme das Loch am Herzen. Der operierende Arzt berührt den Patienten überhaupt nicht, sondern verfolgt das Geschehen durch ein Okular und steuert die mechanischen Handlanger per Joystick. Sciencefiction? Keineswegs! Schon 15 Patienten mit einem Loch in der Scheidewand des Herzvorhofs hat das Team um Michael Argenziano und Mehmet Oz von der Columbia-Universität in New York erfolgreich mit dem Operationsroboter Da Vinci™ System operiert. Durch nur vier fingerdicke Löcher werden die Roboterarme und die Minikamera zwischen den Rippen hindurch in das Herz des Patienten eingeführt – das Öffnen der Brust durch Aufschneiden der Rippen entfällt. Die Kunsthände imitieren die Handbewegungen des Operateurs am Kontrollhebel, führen sie aber dank der Berechnung des integrierten Computers präziser und ohne das geringste Zittern aus. Nur drei Tage mussten die Patienten durchschnittlich im Krankenhaus bleiben – halb so lange wie bei der traditionellen Operationsmethode. Auch ihren Alltag konnten sie doppelt so schnell wie üblich wieder aufnehmen. Einen Nachteil hat die neue Schlüssellochtechnik allerdings noch: Die Operation dauert bis zu doppelt so lang und – ein weiterer Wermutstropfen – sie ist wesentlich teurer. (American Heart Association Meeting, 19.11.2002)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 2003, Seite 36
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 2003

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